Mexiko – 2. Bericht von Floh

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Herrzliche Gruesse hier erst mal aus dem sonnigen Mexico.
Ich habe den 2 “leicht” verspaeteten Semesterberricht wieder mal in den Anhang gepackt, aus vorsicht. Aber keine Sorgen, er ist dieses Mal ein bisschen kleiner geworden also nur ein Drittel um genau zu sein von meinen Vorherigen, denn ich denke keiner hat ihn richtig zu Ende gelesen. Naja was gibt es denn noch viel zu sagen, langsam denk ich lebe ich mich hier richtig ein, ist zwar jetzt schon ein bisschen spaet aber was solls manche brauchen eben ein bisschen laenger, aber morgen 19.02 binich genau meine 6 Monate hier. Schoene Gruesse an alle in der Welt auch an das verschneite Deutschland, dass ich hier a veces (manchmal) ziemlich vermissen.
Machts gut und schreibt mal wieder mein Postfach ist jetzt schon seit etlichen Tagen leer geblieben, also dann schoene Gruesse aus meiner 2ten Heimat, das ruhige und zugleich tempramentvolle Mexico.

Ciao
Euer Floh


Nach weiteren 3 Monaten ist wieder ein Semesterbericht fällig und es gibt wieder viel, für manche vielleicht viel zu viel. Trotz dieser vielen Abenteuer, wird ich mich dieses mal ein wenig kürzer halten, denn ich glaub keiner hat das letzte Mal, die 19 Seiten wirklich gelesen.

Na ja dann fangen wir doch mal mit der Schule an, wie immer halt, das Schlimmste zuerst. Ums allgemein zu sagen, es ist das Gleiche Kasperletheater geblieben wie die vorherigen 3 Monate. Nur treibt es die Schule und ihre Direktoren (Ein Mann und eine Frau) nur noch schlimmer. Nach ca. 4 Monaten an dieser Schule, wurde das Verbot erlassen, dass nur für Jungen gilt, keine Halsketten zu tragen. Meine Güte, wenn wir solche Hip Hop Gangster mit riesigen Goldketten umhangen hätten, wie es in den USA gibt, dann würde ich ja gar nichts sagen, aber ging da in meinen Fall um eine Kette aus kleinen Holzstücken, aus Spanien, die mir meine Schwester zu meine 16ten Geburtstag geschenkt hatte. Zum Glück hatte meine jetzige Exmutter, die rettende Idee an der Kette ein Kreuz anzubringen und da meine Schule eine ziemlich religiöse ist, erlaubten sie es mir schließlich. Das 2te Erlebnis, mit meiner Schule, hat mir ein bisschen mehr Spaß bereitet. Es war der 1 Schultag nach den Winterferien, in denen ich die ganze Zeit zuhause war. Da meine Eltern keine Zeit hatten mir die Umgebung um unsere Stadt zu zeigen, da sie ja arbeiten mussten, selbst an Weihnachten. Deshalb hatte ich viel Zeit über mich nachzudenken und so kam ich zu den Entschluss, dass ich eine Veränderung nötig hätte. Also ging ich in den Supermarkt und kaufte mir das nötige Zeugs um mir die Haare blond zu färben. Gesagt, getan bis zum Abend hatte ich dann einigermaßen blondes Haar, sie waren mehr golden, denn ich hatte vorher ja dunkelbraunes. Sol lief ich dann die ganzen Winterferien rum, eben bis zum 1. Schultag. Ich betrat die Schule, setzte mich in meinen Klassenzimmer auf meinen Platz und wartete das Bebet ab. Darauf ging ich in den Klassenraum in den ich Unterricht hatte. Doch mein Aufenthalt, wärte nicht lange, nach ca. 10 Minuten kam unser Direx angetrottelt und bot mich den Klassenraum zu verlassen ?mit meinen Rucksack?! Na ja ich wurde dann mehr oder weniger ins Direktoriat abgeführt und dort wurde dann über meine Haarfarbe diskutiert. Ich wurde dann vor die Entscheidung gestellt, abrasieren (also Spiegelglatze) oder umfärben und wurde nach Hause geschickt um mich gleich darum zu kümmern.Naja ich kaufte mir dann natürlich gleich das Färbungsmittel, denn ich denk ne Glatze steht mir nicht so gut! Doch dachte ich diesmal, es wird besser sein wenn ich einen dunkleren Farbton nehmen würde, weil das letzte Mal ist es ja nicht das gewollte Wasserstoffblond geworden, sondern das Engelchengold. Aber nachdem ich die Lotion ausgewaschen hatte, kam die böse Überraschung, mein einst so schönes braunes und später goldenes Haar, war rabenschwarz. Klar, dass sie mich am nächsten Tag wieder nach Hause schickten, aber als Strafe, wegen nicht respektieren, der Schulregeln, wurde ich für den Rest der Woche suspendiert. Naja ich konnte gut damit leben, fast noch ne Woche Winterferien, obwohl man von den Winter hier fast nichts spürt, trotz dass ich hier auf ca. 2160 Metern lebe und es die kälteste Region neben Mexiko City ist mit fast täglichen 20-25° Celsius. Zum Abschluss gibt es hier über meine Schule noch zu sagen, dass ich ganz gut zurecht komm mit ihr und allen ihren Schülern, es ist reine Gewöhnungssache. Und mit den Freunden hier, also in der Schule, dass wird Tag zu Tag besser, weil die Hälfte meines Lebens hier in Mexiko verbringe ich in dieser Schule, um mich ein bisschen zu verdeutlichen, es ist der beste Ort um zu lernen, nein nicht schulisch nein von den Personen, denen man hier täglich begegnet und die man wohl oder übel immer ertragen muss. Aber man kann nur lernen, dass ist das Gute am Leben.

Nun mal was zu meinen Familientausch und zu meiner neunen Familie. Es dauerte 2 ganze Wochen bis ich in meine neue Familie umziehen konnte, das hieß für mich, 2 Wochen aus dem Koffer zu leben, denn ich hatte ja schon meine Koffer gepackt und lebte immer mit der Ungewissheit es könnte ja morgen schon so weit sein. Aber dass alles hatte auch einen Grund, denn meine neue Familie saß in den Staaten fest, nein nicht im Gefängnis, wegen unerlaubten Grenzüberschreitung, nein weil die kleinste, Maria, mit 40° Fieber im Bett lag und sie in diesem Fall gefährliche Unternehmen, die fast 1 tägige Reise im Auto nicht auf sich nehmen wollten, ist ja verständlich oder? Na ja als ich dann endlich am Samstag den 11.01 meine Familie getauscht hatte, natürlich nicht ein paar Tränen zu vergießen, war ich ziemlich froh, es endlich geschafft zu haben. Als erstes wurde mir mein neues Zimmer (Einzelzimmer *freu*) gezeigt, klein (3x3m.) aber oho. Machte mich dann erst mal dran meine Sachen auszupacken, und sie in den kleinen Schrank und das Nachkästchen zu stopfen, denn ich hatte sooo viele Klamotten und so wenig Platz. Danach wurde das Zimmer mit allen möglichen Fahnen (Deutschland-, Mexiko-, und Fußballfahnen) dekoriert, schließlich brachte ich es auch fertig, eine Deutschlandfahne so über die freihängende Glühbirne zu hängen, dass jetzt mein Zimmer in den Nationalfarben Deutschlands erstrahlt. Nach all diesen Anstrengungen und Arbeit, trank ich genüsslich mein Einzugsbier, denn ein Bierchen in Ehren, darf keiner verwehren. Beim Abendessen wurden alle nötigen Fragen gefragt und alle anderen Sachen geklärt, dabei stellte ich fest, dass meine neue Familie fast dass völlige Gegenteil wie es meine jetzt Exfamilie war. Es ist immer Lärm im Haus, irgendwer schreit oder streitet immer, wir haben keine Muchacha mehr die das Essen vorbereitet, das macht jetzt eben die Mutter, alle essen zu der Zeit wann sie Lust haben . Aber das Schlimmste ist das Haus schaut aus wie bei Hembes unterm Sofa, wie wir Bayern sagen würden. Überall liegen die Spielsachen, Kleidungsstücke und sonstige Sachen herum Aber das hatte auf mich ein überraschender positiver und abschreckender Effekt. Denn so räum ich jetzt immer mein Zimmer auf und mach wieder selbständig mein Bett, (ja ich weiß die ganzen Sachen musste ich in D. auch zuhause machen, aber ich fühle sie hier als was besonderes, weil ich sie hier nicht machen muss aber sie mache) insgesamt werd ich in dieser Familie viel selbständiger und somit auch unabhängiger. Das Haus in dem ich jetzt lebe ist auch so ne Sache für sich. der Wasserhahn unten im Bad spinnt manchmal, so dass manchmal und dann plötzlich kommt dass wasser wie von der Hummel gestochen rausgespritzt. Ich sag euch dass ist Lebensgefährlich, weil wenn ihr in der Früh euch das Gesicht waschen wollt und euch dann so erschreckt, dann kann das leicht in einen Herzinfarkt enden. Aber das war noch nicht alles, mit den Wasserhähnen oben im Bad ist alles OK, aber dafür mit den Abflüssen nicht, das Wasser will dort einfach nicht abfließen oder einfach nur ganz langsam. Es schaut natürlich ganz appetitlich aus wenn sich dann dort jemand die Zähne geputzt hat. Aber das Schlimmste ist die Dusche. Das Wasser dort kommt raus wie es will, einmal kalt, mal heiß, mal nur ein dünnes Rinnsal oder zu guter letzt der Todesstrahl der dich fast in der Dusche umwirft. Und dass alles inklusive in einen Duschgang von 5-10 Minuten. Aber dann ist man wenigstens mal für den Tag gewachsen, so dass es eine Mathe Extemporale nicht kalt erwischt, denn man hatte ja schon am Morgen geduscht!! *g*

Meine neue Familie hat zwar auch ihre guten Seiten, aber ich sehne mich nach meiner Ex Familie. Denn die neue Erfahrung mit dem großen Bruder waren echt unglaublich, ich fühlte mich in dem letzten Monat echt, als ob ich einen großen Bruder hätte, wir sprachen über alles und waren eben im Haus wie Feuer und Wasser. Aber vor allem fehlt mir hier die Ruhe, in meiner Exfamilie konnte ich mich dazu in den Garten zurück ziehen, hier haben wir leider keinen aber mein Zimmer taugt dafür nur bedingt, weil es gleich neben der Treppe liegt, die nach oben führt. Und wie man eben so kleine Kinder kennt die haben den ganzen Tag nichts anderes zu tun als die Treppe mit möglichst viel Lärm rauf und runter zu rennen. Mit meinen Geschwistern, Jose 5, Maria 10, Estephanie 13 und Edna 18 komm ich eigentlich ganz gut aus. Aber am besten komm ich mit Jose aus, der schlaue Bursche gefällt mir von Tag zu Tag besser, denn er muss sich immer gegen seine rechthaberische und dominierende 10 jährige Schwester behaupten die ihn fast immer schlägt und versucht eine neue Intrige gegen ihn zu spinnen. Na ja und mit den anderen Beiden komm ich auch ganz gut aus, herrscht zwar nicht so viel Kommunikation zwischen uns aber ich halte das Verhältnis für gut. Im Allgemeinen muss man in diesem Haus nur 2 Regeln beachten bei den Kleinen ist die Regel. Eben immer regelmäßig mit ihnen zu spielen, dann lassen sie einen auch in Ruhe. Bei den Großen ist sie, sich an den Gesprächen sich nicht allzu aktiv sich zu beteiligen, denn sie enden fast alle in Gegenseitigen Angelschreie. Das ist mehr oder weniger die Zauberformel für diese Familie. Ein weiterer Vorteil ist, dass der größten Park Pueblas, nur ca. 2 Minuten von unserem Haus entfernt ist, so nutze ich meine Freizeit um 3-4-mal die Woche ca. 1-2 Stunden dort joggen zu gehen. Man muss halt auch irgendwie fit bleiben. Aber das Beste immer noch in diesem Haus ist, dass ich meinen Eltern nicht immer über jede Party Rechenschaft ablegen muss, oder immer die Telefonnummer von der Party herausfinden muss wenn ich dort hingehen wollte. Ja so war meine jetzige Exfamilie. Das hat sich jetzt alles geändert bei dieser hier, ich sag einfach wo ich hingehe und mit wem, meistens mit meinen besten Freund Armando und dann passt die Sache. No hay pedo, wie die Mexikaner hier eben sagen würden.

Da wir jetzt auch schon bei Freunden sind kann ich mit dem Thema hier auch anfangen. Mein jetziger Freundeskreis bildet sich hauptsächlich aus Armando, Chida (Raul) und deren Freunde.
Armando: Hab ich in einem Cafe getroffen, wo er mit anderen Austauschschülern war. Er erzählte mir, dass er letztes Jahr in Deutschland war und darauf war alles perfekt, wir redeten die ganze Zeit über unsere alte Heimat. Ich glaube das veranlasste ihn, mich dann auch zu den ersten Partys einzuladen und mit der Zeit verstanden wir uns immer besser, heute zähle ich ihn zu meinen Besten Freunden hier. Wenn ich wie oben schon weggehe, dann zu 90 % mit ihm, ich mag sogar sagen, dass in meinen Tagebuch jeden Samstag sein Name irgendwie erwähnt ist. Er ist der Sohn von 2 eingefleischten Rotariern, wobei seine Mutter eine ziemliche Feministin ist, sie scheißt ihn jedes Mal zusammen wenn er die Mädchen hier unter Jungs mit den gebräuchlichen viejas bezeichnet. Aber insgesamt passen sie schon, haben mich unter anderen schon etliche Male zum Essen eingeladen und am Wochenende verbring ich mehr Zeit in seinem Haus als in dem Meinigen.
Raul: genannt: Chida, keine Ahnung wieso er diesen Namen hat, dieses Wort ist auch nicht die spanische Abänderung für das Wort Cheater, nein ich hab eben keine Ahnung, wieso aber so nennt ihn alle Welt. Er ist der Sohn des Chefs von den Wasser und Energiewerken Pueblas, er sagt immer auf die Frage wieso ihn denn alle Welt so lieb hat hier in Puebla, na ja wenn mich einer eben nicht gut behandelt dann dreht mein Vater ihn den Strom ab!! Ja kennen gelernt hab ich ihn durch Armando, sie waren schon seit Kindergartenzeiten Freunde und haben schon so manche Sachen erlebt und miteinander durchgemacht, die ich hier lieber nicht erwähnen sollte. Da er sagen wir mal so in der High Society von Puebla verkehrt, kam ich dann mehr oder weniger auch mit denen in Kontakt und ich kann sagen die meisten Liegen voll auf meiner Wellenlänge. Da ist ein kleiner ein wenig rundlicher, der sich Walmiki nennt, dessen Vater hier irgendwie in den Vorstandrängen von Telmex Puebla sitzt, Christian der halb deutsch halb mexikanisch ist, denn sein Vater der 1. Chefengeneuer von Volkswagen hier in Puebla ist und ein Deutscher noch obendrein und etc. etc..

Es ist auf jedenfalls einsame Spitze, was man mit denen jedes Wochenende erlebt und unter der Woche werden diese Erlebnisse dann alle fein säuberlich in mein Tagebuch übertragen, dass ich in meinen späteren Leben noch viel über mein Mexico Austauschjahr zu lachen habe. Aber es gibt neben diesen, natürlich auch einige Schulfreunde und vom Austausch auch noch einige. Herausheben von diesen möchte ich einzig und allein meine beste Freundin Chantal hier. Ich weis nicht ob ihr aus den letzten Semesterbericht herauslesen konnten, dass sie, wie ich noch in dem Haus meiner Exfamilie wohnte, nur 2 Strassen weiter wohnte. Das und ihre Fähigkeit neben Schweizer-Deutsch auch normales Deutsch zu sprechen machte sie wahrscheinlich zu meiner besten Freundin hier (natürlich gab es dafür auch noch andere Dinge so wie zum Beispiel bestimmte Charaktereigenschaften). Na ja jetzt besuch ich sie in ihren neuen Haus mind. 1-mal die Woche und reden in einer Tour. Über Probleme des Alltags usw. aber natürlich helfe ich ihr auch bei ihren Semesterbericht oder anderen Expositionen die sie in der Schule auf Spanisch halten musste, denn wenn ich eins an ihr hasse dann ist es ihre Unkreativität.

Zum Beispiel saßen wir, für einen 2 seitigen Bericht auf Deutsch, wo die Fragen sogar angegeben waren, sage und schreibe von 4 Uhr nachmittags bis um halb 11 abends dran. Also ich sage euch irgendwas zu entwerfen oder schreiben, dass ist der reinste Horror. Auf das Kochen geh ich mal lieber nicht ein. Aber insgesamt ist sie eben ganz ok und ich versteh mich einfach spitze mit ihr. Sie ist eben eine wahre Freundin und nicht so wie man hier in Mexiko die Freundschaft sieht so oberflächlich. Ja ich glaub von Freunden her gesehen hab ich euch jetzt ausreichend informiert, dann kann ich ja zum nächsten Punkt übergehen.

Rotary: Ja was gibt es über die zu sagen. Durch sie darf ich dieses Jahr in einen anderen Land verbringen, eine naja nicht ganz so alte Sprache lernen (ich hatte sie ja schon in der Schule), eine neue Kultur kennen lernen und auch mit ihr täglich leben (was nicht immer so leicht ist und mich manchmal gar zur Verzweiflung bringt), neue multilinguale Freunde kennen zu lernen und einfach Spaß mit ihnen zu haben, viel viel Selbständiger zu werden und über viele weltliche Probleme ganz anders zu denken und zu guter letzt, viel, manchmal viel zu viel Verantwortung tragen und Leute und Sachen zu respektieren und tolerieren. Aber Rotary hat für mich noch viel mehr gemacht und wird noch machen, Dinge, die mir wahrscheinlich erst in etlichen Jahren klar werden und ich sie vielleicht erst dann richtig zu schätzen weiß. Und über allen denke ich dass ich das, was mir in diesen Jahr gegeben wurde ich nie wieder in meinen ganzen Leben zurückzahlen werden kann. Denn dieses Jahr ist eins der wichtigsten, dass ich wahrscheinlich in meinen Leben durchlebt habe.
Na ja genug geschwärmt, kommen wir jetzt mal zu den Sachen die ich hier eigentlich erzählen wollte. Rotary dazu gehört ja auch Rotaract. Das besuche ich seit dem, dass mich Armando, der letztes Wochenende, weil er schon so lange Mitglied ist, einen Pin verliehen bekommen hat, dorthin eingeladen hat. Macht viel Spaß dort und man bekommt auch immer was über die Stadt zu hören, denn den meinige (Centro Historico) wird jeden Mittwoch etwas über das alte Puebla erzählt. Aber insgesamt macht es mir dort sehr viel Spaß und über allen sind die Leute dort alle jung und das macht eben auch ein gewisses Ambiente aus.

Über Ausflüge mit den Rotariern gibt es reichlich wenig zu erzählen. Sie kamen alle aus unserem Distrikt 4180 zu uns nach Puebla, deswegen gab es auch nicht recht viel Neues zu berichten. Sie schliefen bei uns in den Häusern, in meinen Fall, schlief bei uns eine Brasilianerin Juliana, die recht nett aber ziemlich verschwiegen war. Na ja wir besuchten unsere Altstadt, Zoo und zum krönenden Abschluss eine rauschende Party (im wahrsten Sinne des Wortes). Aber eben nicht für mich aber den Grund werde ich euch gleich erzählen. Wir betraten alle, auch wenn die Überzahl noch nicht 18 war die Disco Shiva, so gegen 22.00. Mussten dann noch aus unserer Tasche (obwohl die Rotarier vorher schon 40 Euro von jeden der Eltern eingezogen hatte und keiner wusste warum, weil ein Zoobesuch kostet hochgerechnet 10 Euro pro Person und das Abschlussessen am letzten Tag bestand aus Brötchen mit Bohnen und Würsten und einen Früchtepunsch. Bei vielen Austauschülern läuteten da die Glocken, weil eigentlich heißt es ja Rotary sei keine kommerzielle Gemeinschaft), zahlen. Dann ging es rein und bei guter Musik und auch wiederum ( ist ja klar) selbst bezahlten Tequilla wärmten wir uns auf. Bald darauf kam dann auch schon Priscilla, eine Brasilianerin, halb angetorkelt. Naja ich verwaltete die 2 Flaschen Tequilla, deshalb gab es für sie an diesen Abend dann eben nichts mehr zu trinken, doch sie lies nicht locker sie versuchte es auf die Harte Tour. Sie sagte zu mir Florian gib mir doch mal bitte einen Kuss. Gesagt getan gab ich ihr einen Begrüßungskuss auf die Backe. Ich glaube damit war sie noch nicht ganz zufrieden, den sie wollte mir hartnäckig zeigen wie man sich in Brasilien küsst (also küsst nicht begrüßt). Na ja ich hatte immer meine rotarischen Regeln im Kopf, denn so gut sah sie auch wieder nicht aus und mit Hilfe meiner Regeln vergaß ich auch nie zu viel zu trinken. Doch irgendwann war ich so genervt, nein nicht, dass ihr etwas zum trinken gab, nein ich sagte ja, doch dass war ein fataler Fehler, ich will sagen der Fatalste den ich an diesen Tag begangen habe. Nein sie gab mir keinen Kuss auf die Backe, nein auch nicht nur einen auf den Mund, auch nicht 2, nein es musste gar ein Zungenkuss sein den sie mir da mehr oder weniger aufdrückte. Darauf war Schluss!! Ich versuchte ihr klipp und klar, dass ich auf so etwas nicht stünde, bei ihr auf jedenfalls *g*. Doch sie stellte mir ein letztes Ultimatum, das lautete: Entweder du küsst mich jetzt, oder ich werde nie wieder mit dir sprechen. Meine Antwort brauchte keine 2 Sekunden, es war ein simples aber klipp und klares: No, voy a besarte otra vez!! Für alle nicht Spanier: Ich werde dich nicht noch einmal küssen!! Darauf gab?s eine kräftige Schelln (für alle nicht Bayern: Ohrfeige) auf die rechte und weil?s so gut tat auch auf die linke Backe und schon war sie weg. Naja so temperamentvoll sind sie halt die Südländer. Danach war ich so deprimiert, weil eigentlich zählte ich sie zu einen meiner Freunde, dass ich mich nein nicht wie erwahrtet vor Traurigkeit in den Alkohol stürzte, nein auch nicht aus dem Fenster, nein ich fing an mich um die ziemlich fertigen Austauschschülern auf den Toiletten zu kümmern. Konnte leider aber nicht verhindern, dass der Kanadier Tom, der an diesen Tag Geburtstag hatte, ein kleines Rondevuez mit dem Docktor hatte und, dass das Auto der Ehefrau eines Clubpräsidenten nach der Heimfahrt von einigen Austauschülern seltsam ausschaute und roch!!

Naja aber zum Glück wurde niemand heimgeschickt also in seine Heimatland. Dieses Chaotische Wochenende wurde dann von einen abschließenden Besuch in einem Eisstadium gekrönt. Das war mehr oder weniger das Beste an diesen Wochenende. Endlich konnte ich mal wieder Schlittschuhlaufen, was ich ja jeden Winter mit meinen Freunden in Form von Eishockeyspielen auf unseren kleinen Dorfweiher mache. Ja das vermisste ich schon ziemlich, aber was sollte es, es war Spaß angesagt und ich ließ mich von Sebastian aus Schweden und Kasper aus Dänemark nicht 2 x herausfordern zu einem Eisschnelllauf. Der dann leider unentschieden ausging wobei ich einige Blessuren und eine mir bleibende Narbe beim Zieleinlauf einholte. Ja das war das letzte und einzige Rotary Großereignis das es zu erzählen gibt seit dem letzten Semesterbericht.

by Floh

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