Ecuador – 2. Bericht von Kim

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Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist mal wieder an der Zeit über meine spannende Zeit hier in Ecuador zu berichten.
In den letzten Monaten ist schon wieder so viel passiert, dass ich gar nicht weiß, was ich alles in den Bericht packen kann, aber ich fange einfach mal an.

Mitte Januar bin ich mit einer 20-koepfigen Gruppe an den Amazonas- mitten im Dschungel – gefahren. Mit einem kleinen Flugzeug flogen wir von Quito zu einem winzigen Flughafen in Coca, einer Dschungelstadt .Von dort ging es 4 Stunden weiter im Kanu bis zu einem traumhaften Hotel, wo es weit und breit nichts weiter als den Fluss und Dschungel, Dschungel und noch mal Dschungel gab.
Wir haben die Woche dort mit interessanten Urwaldwanderungen, Schwimmen im Fluss, Kakerlakenbekanntschaften, Salsataenzen und vielen anderen neuen Erlebnissen verbracht.
Am meisten haben mich die jungen Bewohner des winzigen Dorfes fasziniert. Wir waren sehr von ihrem Leben ganz ohne Strom, Medien und Alltagsstress beeindruckt, welches sie, wie sie uns erzählten, niemals gegen ein Stadtleben tauschen wollten.
Dies konnte ich anfangs gut verstehen, da das Amazonasgebiet sehr, sehr schoen ist und ich mir das Leben dort sehr spannend und entdeckungsreich vorstellen kann. Ok, aber nach mehr als einer Woche am Amazonas habe ich mich bei meiner Abreise doch wieder auf eine warme Dusche und das doch wesentlich komfortablere Leben in der Stadt gefreut.

Kurz nach meiner Rueckkehr aus dem Dschungel haben wir Valentinstag gefeiert. Der 14. Februar wird hier als Tag der Liebe, aber vor allem aber Tag der Freundschaft genannt und daher haben alle an ihre Freunde nette Briefchen geschrieben und kleine Geschenke verteilt.
Abends hat sich meine Famile mit einigen Freunden getroffen, um auf diesen Festtag anzustossen.

In der letzten Woche in meiner ersten Familie, die außerdem die Faschingswoche war, fuhren wir mit einigen meiner Mitschueler für einige Tage an den Strand, um dort meinen Geburtstag zu feiern.
Morgens wurde ich mit dem Geburtstagslied geweckt. Nach einem Strandspaziergang wurde ich dann, wie es hier an Fasching ueblich ist, mit Wasserbomben beworfen und samt Kleidung in den Pool geschmissen. Als ich aber in die Sahne-Geburtstagstorte getaucht wurde, weil dies in Ecuador ebenfalls Brauch ist, hatten nur noch meine Freunde Grund zum Lachen denn ich war damit beschaeftigt die Sahne wieder aus den Haaren zu waschen…

Wie schon angedeutet, musste ich die Woche darauf die Familie wechseln, worueber ich anfangs sehr traurig war, da ich mich in meiner erste Familie sehr, sehr wohl gefuehlt hatte, aber natuerlich war ich auch auf die neue Familie gespannt, auf ihre Gewohnheiten, ihren Character und die Unterschiede zur ersten Familie. In meiner ersten Familie hatte ich einen Bruder in meinem Alter, mit dem ich weiterhin in die selbe Klasse gehe, eine Schwester im Alter von 22 Jahren und meine Eltern, die beide am Meer aufgewachsen sind. In meiner neuen Familie, in die ich mich mittlerweile schon sehr gut eingelebt habe und auch sehr wohl fuehle, habe ich nun einen kleinen 10-jaehrigen Bruder und meine Eltern sind in Bergstaedten gross geworden. Schon allein durch die Geburtsstaedte meiner Eltern unterscheiden sich die Familien sehr. Das Essen hat sich komplett geaendert und auch der Ferienort hat vom Meer in die Berge gewechselt.
Dadurch, dass die beiden Familien sehr nah zueinander wohnen, habe ich immer noch die Moeglichkeit meine erste Familie zu besuchen.Nach ueber 4 Wochen in meiner neuen Familie, finde ich es nach der anfaenglichen Traurigkeit gut, dass ich die Familie gewechselt habe, da ich einfach ganz neue Erfahrungen sammeln kann und nochmals viele neue Leute kennen lernen werde.

Als kleines Beispiel werde ich von meinem ersten Abenteuer mit meiner neuen Familie erzaehlen: Wir fuhren mit einigen Freunden zum Cotopaxi. Der Cotopaxi ist der hoechste noch aktive Vulkan der Welt und alle warten auf einen baldigen Ausbruch. In der Nähe kann man in einem wunderschoenen Tal Wildpferde beobachten.
Samstagnachmittag kamen wir am Fuß des Berges an und haben direkt mit dem Zeltaufbau begonnen. Danach erzählten wir uns bis spaet in die Nach am Lagerfeuer Geschichten und in der sehr kalten Nacht haben wir wegen kaum warmhaltenden Schlafsaecken kein Auge zugemacht. Am nächsten Morgen kämpften wir uns zu Fuß bis zum Schnee in fast 5000 m Höhe vor, wo wir sogar einen kleinen Schneemann bauen konnten. Der Rueckweg, welchen wir bergab auf Fahrraedern zuruecklegten, führte uns nach ca.2 Stunden zu einem traumhaften See, in dem wir mit den Fahrraedern ?schwimmen? gingen, da er nicht sehr tief war.

Zu guter Letzt moechte ich von meiner Reise auf die Galapagos Inseln berichten, von wo ich erst gestern wiedergekommen bin. Ich habe dort 4 Tage verbracht und nicht nur einmalig schoene Inseln und Straende gesehen sondern hatte auch die Moeglichkeit mit Seeloewen und Haien zu schwimmen. Dank guter Führer erfuhren wir viel ueber die Inseln und konnten die einmalige Tierwelt bewundern. Wir haben viele verschiedene Vogelarten sowie Exen gesehen, welche es nur auf den Inseln gibt. Ganz besonders haben mich jedoch die Riesenschieldkroeten beeindruckt, welche ueber 150 Jahre alt werden koennen.
Mit meiner Reise auf die Galapagos Inseln ist ein weiterer Traum wahr geworden und ich werde diese einmalige Zeit, nicht nur dort sondern auch hier in Quito, niemals vergessen.

Meine letzten 3 Monate des Auslandsjahres sind nun angebrochen und ich werde versuchen sie noch so gut wie moeglich zu geniessen, auch wenn ich jetzt schon ein wenig das Gefuehl habe, dass mir hier in Ecuador die Zeit davonlaeuft.
Ich freue mich jedoch auch schon darauf, wieder nach Deutschland zu kommen um meinem Rotary Club, meinen Freunden und meiner Familie mit Fotos ueber meine erlebnissreiches Jahr zu berichten.

Mit freundlichen Gruessen,
Kim Zwikla

by Kim Zwikla

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