Mexiko – 2. Bericht von Franziskus

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Sehr Geehrte Rotarier,
In den letzten Monaten hat sich ziemlich viel getan und ich habe neue Erfahrungen gemacht, ueber die ich berichten moechte.
Ich habe jetzt mein 1. Semester an der Universitaet abgeschlossen und nach 8 Ausfluegen mit insgesamt 12 Tagen durch den Bundestaat Nayarit, kann ich behaupten, dass ich ihn besser als viele Nayariter und auch fast besser als Sachsen kenne. Ziele der Ausfluege waren hauptsaechlich Kleinstaedte, Doerfer und Straende, allerdings auch Vulkane, Wasserfaelle und Eingeborenenstaemme. Besonders beeindruckt haben mich die Vulkane, deren Krater man noch gut ausmachen kann und dan denen an verschiedenen Stellen heisser Dampf emporsteigt. Ausserdem auch das Leben der „Guicholl“- der Ureinwohner Nayarits -, die in der Sierra Madre in grosser Armut und einzig mit den Gaben der Natur ihr Leben sichern und andere Goetter – eine eigene Religion – haben.  Im 2. Semester wird eine Sued-Reise durch Mexiko stattfinden, ich werde jedoch an der „Ruta-Maya“ von Rotary teilnehmen. Am 1. November war der „Dia de los Muertos“, der „Tag der Toten“. In den Tagen zuvor, wurden Altaere in Schulen und oeffentlichen Plaetzen errichtet, die meist an beruehmte Mexikaner/innen erinnerten. Dazu gab es den traditionellen „Pan de los Muertos“ („Brot der Toten“), welcher aber mehr an einen einfachen Kuchen mit Zucker erinnerte. In der Nacht des 1.11 war ich mit meiner Familie auf dem Friedhof auf dem der Vater meines Gastvaters begraben liegt. Mein Gastvater hat Geschichten  aus dem Leben seines Vaters erzaehlt und wir haben Blumen abgelegt. Es gab allerdins auch Familien, die den Brauch radikaler auslegten, d.h, die am Grab ihres Angehoerigen lautstark dessen Lieblingsmusik hoerten und dessen Lieblingsgetraenk tranken.
Am 20. November stand der naechste Feiertag an: 100 Jahre Mexikanische Revolution. Dazu wurden Bilder auf den Staatspalast Nayarits in Tepic projeziert, wichtige Daten und Geschehnisse erlaeutert und es erklang typisch-mexikanische „Mariachi-Musik“. Danach gab es noch ein tolles Feuerwerk und den beruehmten Ausspruch: „Viva Mexico“ („Es lebe Mexiko“), welcher zweimal wiederholt wurde.
Ausserdem hatte ich einige Ausfluege mit meiner Familie, z.B nach San Luis Potosi, der Hauptstadt des Staates San Luis und nach Zacatecas, einem Weltkulturerbe der UNESCO. Beides waren wichtige Staedte waehrend der Revolution aufgrund der zentralen Lage in Mexiko und der daraus folgenden Knotenpunkte fuer Zuege. Ausserdem waren es Gold- und Silberstaetten, welche die Staedte reich und schoen gemacht haben. Wir waren dort, da die Familie meines Gatvaters Beerdigungsinstitute in ganz Mexiko haben und in diesen 2 Staedten Neue eroeffnet wurden. Das Beerdigungsinstitut in San Luis Potosi ist das groesste Lateinamerikas, mit eigener Kapelle, Restaurant und verschiedensten Raeumen, in denen die Angehoerigen vom Tod bis zur Beisetzung Abschied nehmen werden.
Dann kam die Weihnachtszeit, die fuer mich bei taeglich bis zu 30 Grad und Lila-Kunstbaeumchen an den Strassenraendern und Parks natuerlich etwas komplett neues war und sehr schnell verueberging. Weihnachten haben wir zusammen als Grossfamilie gefeiert, jeder hat einen Spezialitaetenteller bereitet (meine Familie Schinken mit Ananas) und es gab einen Austausch der Geschenken unter den Cousins und Cousinen. Die Feiertage haben wir in San Blas am Meer verbracht, bevor wir Silvester in Guadalajara (5 Mio. Einwohner) auch mit der Familie gefeiert haben. Um Punkt 12 Uhr musste jeder 12 gezuckerte Weintrauben – fuer 12 Monate Glueck – auf einem Spiess so schnell wie moeglich essen und es gab ein Feuerwerk mit 12 Raketen.
Im Moment geniesse ich meine Ferien bis zum 8. Februar, gehe fruehs zum Leichtathletik- und nachmittags zum Fussballtraining.
Am 14. Januar werde ich zum einzigen mal die Familie wechseln, bleibe aber in derselben (Gross)Familie, da meine jetzige Gastmutter die Schwester meines zukuenftigen Gatsvaters ist, welcher Autorennen mit Buggys faehrt. Ausserdem werde ich wieder zwei Gastschwestern haben, eine grosse und eine kleine, wie in Deutschland, mit denen ich mich auch sehr gut verstehe.
Auch die Spanische Sprache macht mir inzwischen keine Probleme mehr, ich kann Problemlos Alltagsgespraeche verstehen und Kommunizieren. Es gibt alerdings jeden Tag noch neue Woerter, insbesondere Substantive, zu lernen.
In diesem Sinne wuensche ich Ihnen ein Frohes Neues Jahr, alles gute fuer 2011, eine moeglichst stressfreie „Eiszeit“ und moechte mich herzlichst fuer dich Chance, diese Erfahrungen machen zu koennen, bei Ihnen bedanken.
Mit Herzlichen Gruessen
Franziskus Buechner

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