USA – 1. Bericht von Charlotte

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Liebe Rotarier,

nun bin ich schon mehr als 3 Monate im wunderschönen McAllen in Texas und möchte meine wunderbaren neuen Erfahrungen in meinem ersten Quartalsbericht schreiben.

Ich stieg am 17.08 sehr früh und vor allem aufgeregt in das Flugzeug in mein neues Leben. Während meines 14-stündigen Fluges habe ich mir sehr viele Fragen gestellt, wie es denn in McAllen sein wird. Da ich relativ spät geflogen bin, waren keine anderen Austauschschüler, die mich während des Fluges von meiner Nervosität hätten ablenken können, an Bord. Aber ich hatte das Glück, auf dem Weg nach Houston neben zwei sehr netten Studenten zu sitzen, die mir doch sehr geholfen haben.

Als ich dann endlich nach einem langen Flug in McAllen ankam, sah ich gleich eine herzliche Familie mit vielen anderen Rotariern auf mich warten. Sie alle haben mich sehr lieb begrüßt und mir gleich einen riesigen Süßigkeiten-Blumenstrauß  in die eine Hand gedrückt und einen Teddybären mit Luftballons in die andere. So war ich erst einmal ein bisschen überfordert, aber als ich dann mein ganzes schweres Gepäck abladen konnte, fühlte ich mich doch um einiges wohler.
Meine Familie nahm mich gleich zu einem „Italienischem Restaurant“ mit, wo ich die Möglichkeit hatte, sie ein wenig kennenzulernen.
Das erste aber was mir aufgefallen ist, als ich aus dem Flughafen gekommen bin, wie heiß und groß alles ist. Es waren zu der Zeit gerade 100°G Fahrenheit, was ungefähr 40 Grad entspricht und so blieb es auch erst einmal die nächsten Wochen.

McAllen ist eine eher kleine Stadt mit 130, 000 Einwohnern. Sie liegt mitten im Valley, so ist alles sehr flach und ist dazu gerade einmal 8 Kilometer von der mexikanischen Grenze entfernt.
Was ich am meisten an der Stadt liebe, sind die Palmen, die es hier in Mengen überall gibt. Es ist im allgemeinen eine sehr grüne Stadt und hat deshalb auch den Spitznamen „City of Palms“ und „The Texas Tropics“. Und wie gesagt ist es hier sehr, sehr heiß! Im Winter sind es ungefähr 20 Grad, was hier als kalt bezeichnet wird, aber für mich natürlich eher in die Kategorie Sommer fällt. Und das Problem ist, dass es in jedem Gebäude sehr stark gekühlt wird, sodass man durchaus friert und ich mich so auch in der ersten Woche gleich erkältet habe.

Mit meiner Gastfamilie bin ich überaus zufrieden und glücklich. Ich hätte mir keine bessere vorstellen können und ich verstehe mich äußerst gut mit ihnen. Ich habe eine 14-jährige Schwester, die wirklich wie eine Schwester zu mir ist und einen 16-jährigen Bruder, der aber gerade in Deutschland ist für ein Jahr.  Da meine Gasteltern in Mexiko geboren sind, sind sie genauso herzlich und offen und natürlich auch unpünktlich, wie alle Mexikaner. Aber sie sprechen englisch und die beiden Kinder sind auch in den USA geboren.
Sie haben ein Strandhaus auf South Padre Island, was eine Stunde entfernt ist. Wir fahren dort oft über das Wochenende hin und ich genieße es immer.  Ich war sogar schon Blumenmädchen bei der Hochzeit der Schwester meiner Gastmutter, die am Strand stattfand.

Als ich dann 4 Tage in meinem neuen zu Hause war, fing am Montag die Schule an. Ich war sehr aufgeregt vor dem was mich erwartet. Als allererstes stellte ich fest, dass die Schule riesig ist, denn sie hat 3000 Schüler. Aber daran bin ich mittlerweile gewöhnt nicht mehr zu erschrecken, wenn etwas riesig ist, denn ich bin in Texas wo alles größer ist.
So war das sehr anders für mich, da meine Schule in Deutschland 800 Schüler hat.
Die Schule hier in Amerika ist durchaus leichter und nicht so hart wie in Deutschland. Man kann sich seinen Stundenplan selber zusammenstellen, muss aber natürlich die Hauptfächer wie Englisch und Geschichte enthalten.
Mein Stundenplan besteht aus Tanz, Chemie, Prep ( ein Fach in dem man etwas über Karriere und Berufe lernt), Englisch, Child Guidance ( dort lernt man, wie man sich um Babies kümmern muss), Algebra, Spanisch und Tennis.
Hier in den USA ist der Sport hauptsächlich an die Schule gebunden. So besuche ich die Tennisklasse. Aber ich werde im nächsten Jahr mit Leichtathletik anfangen.

Natürlich gibt es an meiner Schule auch Football und Cheerleader. Es ist so witzig zu sehen, dass die Schule hier genau so ist, wie sie in den Filmen immer gezeigt wird. Ich war natürlich auch schon bei mehreren Football Games, hatte Homecoming (das ist ein Ball), und war schon bei vielen amerikanischen Parties.

Ich habe schon viele nette Freunde gefunden, weil die Leute hier alle sehr nett und offen sind, an einem interessiert sind und auf mich zugehen.

Außerdem liebe ich meinen mich hostenden Rotary Club. Alle Rotarier sind unglaublich nett und laden mich auch öfters ein. Im Oktober war ich bei dem Oktoberfest, welches von dem Rotary Club veranstaltet wurde, und ich wurde eingeladen jetzt zu einem Hockeyspiel zu gehen jetzt im Dezember.
Anfang November hatte ich eine große Orientation in New Braunfels, was ca. 5 Stunden von McAllen entfernt ist. Dort trafen ich alle anderen 50 Austauschschüler aus meinem Distrikt.
Das Wochenende war unglaublich schön und man ist schon als Familie zusammen gewachsen, auch wenn man sich nur 2 Tage gesehen hat.
Im Januar ist ein Treffen in Oklahoma mit allen Austauschschülern aus den USA, worauf ich mich auch schon sehr freue.
Mein Club hostet sechs andere Austauschschüler, welche aus Spanien, Italien, Belgien, Schweiz, Thailand und Frankreich kommen. Wir alle sind schon eine Familie und sehen uns auch häufig.

Und nun zu einem für mich wichtigen Teil, das Essen. Das Essen hier in Texas ist einfach ein Traum. Ich liebe es und deswegen esse ich auch sehr viel. Hier in McAllen ist der TexMex sehr populär. Das heißt, man isst hier einen Mix aus mexikanisch und amerikanisch. Gerade hier in meiner Stadt gibt es tausende von verschiedenen Restaurants. Von Mongolischem Essen, über Sushi, bis hinzu deutschem Essen. Hier in Texas gibt es viele Deutsche  und auch einige Städte sind deutsch.
Aber kein Brot kann das deutsche Brot ersetzen, welches ich so gut wie am meisten vermisse.

Gerade hat die Weihnachtszeit begonnen, aber es ist für mich ein wenig schwer in Weihnachtsstimmung zu kommen bei immer noch 30 Grad Hitze.
Aber dafür ist die Weihnachtsdekoration umso deutlicher verbreitet. Alle haben tausende von verschiedenen Lichterketten an ihren Häusern hängen und lebensgroße Rentiere oder Weihnachtsmänner in ihrem Garten.

Im März werde ich mit Rotary einen Trip nach Florida machen, um Disneyworld und Florida selber zu erkunden. Worauf ich gar nicht mehr warten kann, ist die Reise nach Hawaii mit meiner Familie nach Weihnachten!

Und für das Hundert Euro Projekt habe ich auch schon eine Idee. Mein Rotary Club arbeitet an einem Projekt für ein sogenanntes „Comfort House“. Ein solches ist ein Heim wo todkranke Menschen die restliche Zeit ihr leben bis zu ihrem Tod verbringen. Die Angehörigen haben nicht das genügende Geld sich um sie zu kümmern und so versucht der Rotary Club das zu übernehmen und das Heim in eine schöne Bleibe zu verwandeln, wo die Sterbenden gerne ihre restliche Zeit verbringen wollen. Ich weiß noch nicht genau was ich mit dem Geld dort mache, aber ich werde es auf jeden Fall in das Comfort House investieren.

Ich hoffe ich konnte ihnen einen kleinen Einblick in mein Austauschjahr verschaffen, welches ich liebe. Es war die beste Entscheidung meines Lebens dieses zu machen und ich danke Ihnen noch einmal ganz herzlich, dass sie mir das überhaupt ermöglicht haben!

Mir geht es bestens hier und ich habe mich schon längst in Texas verliebt.

HOWDI!

Ihre Charlotte Rosenhagen

McAllen, den 2.12.2011

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