Texas – 2. Bericht von Josephine

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Rotary Youth Exchange 2012/2013
Quartalsbericht Nr.2

Halbzeit! Fünf Monate durfte ich nun schon hier im warmen Texas genießen und fünf weitere liegen vor mir.
Wie schnell die Zeit aber auch vergeht. Man erlebt so viel jeden Monat und realisiert gar nicht, dass schon die Hälfte des besten Jahres seines Lebens rum ist.

Es gibt Tage, da fühlt es sich an als wäre ich gerade mal seit 2 Wochen hier, selbst nach 5 Monaten findet und lernt man immer noch Neues. Und dann sind da die Tage an denen man denkt noch 5 Monate und ich bin schon wieder zu Hause. Aber irgendwie kann ich mir das gar nicht vorstellen wieder zu Hause zu sein. Ich meine ich liebe meine Familie und vermisse natürlich auch Familie und Freunde, jedoch wenn man einmal in den Genuß eines Auslandsjahres gekommen ist kommt man davon nur noch sehr schwer los. Es sind wieder 3 Monate vergangen seit meinem ersten Quartalsbericht und es ist viel passiert. Ich hatte Thanksgiving, meinen ersten Familienwechsel, Christmas, New Years Eve und drei wirklich geniale Rotary Orientations.

Fangen wir an mit Thanksgiving und dem ersten Familienwechsel, da dies sehr eng zusammen liegt. Was ist Thanksgiving eigentlich? Das hatte ich mich erst einmal gefragt. Übersetzt heißt es Danksagung und es ist eine Art des Erntedankfestes, jedoch weicht es sehr davon ab von dem was wir unter Erntedankfest verstehen. Für mich hieß Thanksgiving auch endlich mal eine Woche Ferien zu haben. Das große traditionelle Thanksgiving-Essen mit der ganzen Familie gab es am 22. November. Meine ganze Gastfamilie kam im Haus meiner Gastoma zusammen, Ich glaube ich hatte noch nie so viel an einem Tag gegessen. Es gab Truthahn, Pumpkingpie, Chocolatepie usw. oh mein Gott war das viel Essen, aber es hat wahnsinnig gut geschmeckt. Während der Ferien hatten wir ansonsten einige Ausflüge nach Houston und an den Golf von Mexico unternommen. Ich habe die letzte Zeit mit meiner Gastfamilie sehr genossen. Denn nach Thanksgiving hieß es Abschied nehmen und auf zur nächsten Familie. Am 1.Dezember war es dann so weit. Meine Counselorin kam und brachte mich zu meiner nächsten Familie. Ich glaube, dass dieser Tag der traurigste Tag meines bisherigen  Austauschjahres war. Man hatte sich so gut nach drei Monaten in der Familie eingelebt und zu jedem Mitglied eine sehr gute Beziehung aufgebaut und nun wurde man aus diesem warmen Kokon herausgerissen. Letztendlich habe ich es überlebt und es ist nicht so schlimm wie ich es mir vorgestellt hatte. Wie ist meine neue Gastfamilie nun? In meiner neuen Gastfamilie habe ich auch Geschwister, zwei Schwestern, jedoch sind diese am College, also bin ich um ehrlich zu sein allein. Womit ich aber ganz gut klar komme. Was auch neu ist; ich leben mit zwei Katzen, einem Hund und einem Vogel zusammen. Man kann eigentlich auch sagen ich bin doch nicht so allein. Wenn man mich hier immer fragt was ist nun der große Unterschied zwischen den beiden Familien, so antworte ich immer: meine alte Gastfamilie war/ist meine, wie ich es immer nenne, „amerikanische Familie“ und meine neue Gastfamilie ist einfach eine ganz normale Gastfamilie. Nicht dass dies etwas Schlechtes wäre, ganz und gar nicht.

Nun nach einem Monat Leben in der neuen Gastfamilie habe ich mich doch schon auf eine Art und Weise eingelebt. Ich vermisse zwar immer noch meine alte Familie, kann diese jedoch sehen wann immer ich will. Was mir einiges sehr erleichtert. Weihnacht rückt immer näher. Pakete und Päckchen aus Deutschland mit Lebkuchen kommen hier in Beaumont an (ein wenig Heimat). Alles in allem habe ich aber überhaupt keine Wintergefühle bei fast 20°C. Ich glaube das war mein wärmstes Weihnachten überhaupt. Endlich durfte ich auch mal meine beiden Schwestern Anna (21) und Megan (20) kennenlernen, da Beide für Weihnachten nach Hause kamen. Ich war so happy nun jemandem im Haus zu haben. Am 24. Dez war es dann so weit und Heiligabend stand vor der Tür. Erst ging es in die Kirche und dann gab es daheim ein traditionelles Weihnachtsessen. Aber wie man weiß gibt es hier nicht die Geschenke am 24. Dez wie in Deutschland. Bescherung war am nächsten Morgen,  dem 25.Dez. Meine Gastfamilie war so lieb und ich habe viele nette Geschenke öffnen dürfen. Doch in solchen Momenten wird einem dann immer klar, was man dann doch im tiefen Inneren vermisst. Nicht dass ich meine Familie normalerweise nicht vermissen würde, es ist einem im Alltag nur einfach nicht so bewusst. Am 26.Dez ging es dann auf nach New Orleans. Es war ein Geschenk von meiner Gastmutter an uns drei Mädchen. Es war eine sehr schöne Reise und ich habe die Zeit mit meinen Gastschwestern sehr genossen. Und so schnell wie die Zeit aber auch vergeht stand Neu Jahr vor der Tür. Ich muss sagen die Amerikaner sind nicht so „feuerwerkslustig“ wie ich es aus Leipzig kenne. Es gab ein, zwei Leute die etwas in die Luft gejagt haben, das war aber auch schon alles. Trotzdem hatte ich einen schönen Abend. Erst gab es ein großes Dinner mit der Familie und dann hatte ich mich zu Freunden aufgemacht. So schnell war dann auch schon wieder das Jahr 2012 rum. Manchmal macht es mir wirklich Angst wie schnell die Zeit aber auch immer vergeht. Mir wird auch immer erzählt wenn Neu Jahr rum ist vergeht dein Auslandsjahr wie im Flug. Tja das heißt für mich jede einzelne Minute genießen die mir bleibt und jede Chance nutzen die man bekommt um neue Dinge kennen zu lernen.

Nun geht es noch einmal zurück in der Zeit. Im Oktober hatte ich nämlich eine sehr nette Orientation in Palistin, einer kleinen Stadt im Nord-Osten Texas‘. Ich bin jedesmal so happy alle Austauschschüler wieder zusehen. Es ist gerade mal die zweite Orientation, aber es fühlt sich an als würde ich alle schon eine Ewigkeit kennen. Wir wohnten in einem Haus an einem See. Es war einfach wunderschön und wir hatten mal wieder eine tolle Zeit zusammen. Das nächste Treffen gab es dann im Januar. Unsere Rotary Clubs sponserten uns und über 100 anderen Schüler den Aufenthalt im RYLA-Camp (Rotary Youth Leadership Award). Ein aufregendes Wochenende mit nur 6 Stunden Schlaf. Jede Minute war verplant mit einer Aktivität in der es meistens um das Leitwort Leadership/Leader ging. Man lernte viel über wie man ein besserer Leader sein kann und was man als Leader macht. Nicht nur dass man vieles lernte, zudem gewann man neue Freunde. Ich bin Rotary sehr dankbar für diese Erfahrung. Das Wochenende darauf ging es auch schon wieder zur nächsten Orientation nach Tulsa, Oklahoma zur South-West Distrikt Konferenz. Austauschschüler aus 14 verschieden Staaten kamen in Tulsa zusammen. Es war unbeschreiblich, nun kann ich wirklich sagen ich kenne Leute von der ganzen Welt. Dieses Wochenende brachte 5 Stunden Schlaf mit sich und nach zwei Wochenenden voll mit Erlebnissen war ich dann auch froh wieder nach Hause zu kommen und einfach nichts zu tun.

Mit der Sprache wird es auch immer besser. So langsam kommt das fliesende Sprechen und man muss nicht mehr nachdenken. Mir fällt es auch nicht mehr so schwer zwischen deutsch und englisch zu wechseln. Ok manchmal vergisst man das ein oder andere Wort wenn man mit seinen Freuden skypt, aber das kann ja nur ein gutes Zeichen sein. In der Schule läuft auch alles bestens. Ich habe das erste Semester überlebt, ohne irgendwo durchzufallen. Ok ich muss sagen, dass das hier auch keine große Kunst ist, da die amerikanischen Anforderungen nicht gerade sehr hoch sind. Natürlich ist es nicht immer ganz so leicht mit der Sprache, doch wenn ich mal nicht weiter weiße helfen mir die Lehrer oder meine Freunde.
Alles in allem kann ich nur sagen ich bin mehr als zufrieden mit meinem Leben und so dankbar für alles was ich habe. Wenn man über 8000 Kilometer von zu Hause entfernt ist denkt man schon über das ein oder andere nach. Man realisiert was einem wichtig ist und für was man einfach nur dankbar sein kann.

Ein großes Dankeschön an Rotary.
Bis bald und viele Grüße aus Texas
Sendet euch/ihnen Josephine

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