Taiwan – 3. Bericht von Naima

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Kinmen und Taiwan

Ich bin/war ein Rotary Exchange Student! Ich kann es eigentlich immer noch nicht fassen, dass mir zugetraut wurde, Deutschland zu repräsentieren. Aber ich habe es geschafft! Ich habe zehn Monate in Taiwan gelebt. Zwar ist die Frage, ob ich es hingekriegt habe, Deutschland gut zu präsentieren, nicht von mir zu beantworten, aber ich konnte dafür umso mehr Taiwans Kultur und Traditionen kennenlernen.

 

Ich habe mein Austauschjahr nicht direkt auf der Hauptinsel verbracht, sondern auf einer kleinen Nebeninsel, namens Kinmen. Sie lag ungefähr 300km entfernt von Taiwan und 2km nah an China. Ich war also auf der Insel gelandet, die im Falle einer Invasion von China auf Taiwan mit Sicherheit als erste eingenommen worden würde. So weit ist es zum Glück nicht gekommen, aber was mir aber mit als erstes in meinem neuen Lebensraum aufgefallen ist, war eine starke Präsenz von Militär.  In den wunderschönen Hibiskus- und Rhododendronbüschen versteckten sich Bunker, die ganze Insel war im Grunde ein Schweizer Käse, unter höhlt mir Fluchttunnel und Sicherheitskammern. Und von den Schwärmen gutaussehender Soldaten mal ganz zu schweigen. Diese waren überall: Im Café, auf der Straße und im  Bus. Selbst wenn sie nicht in der Uniform waren, erkannte man sie sofort.  Aber alle waren sehr zuvorkommend und nett. Ich habe immer wieder beobachtet, wie Soldaten im Bus immer nur den Stehplatz nehmen, anstatt sich auf die vielen freien Sitzgelegenheiten fallen zu lassen. Sie sind ein großer Bestandteil der Wirtschaft auf Kinmen, ich habe noch nie jemanden so viele Pearl Milk Teas oder Kinmens traditionelle Süßigkeiten kaufen sehen, wie es die Soldaten tun. Ich stell sie mir immer nur vor, wie die ganze Legion abends im Bunker ihr Eierrollen und Erdnusssüßigkeiten knabbert. Und zwar Pakete davon.

Kinmen unterscheidet sich in kleinen Dingen von der Hauptinsel Taiwan, bzw. Taipei : Der erste Unterschied sind die Soldaten.  Der zweite: in Kinmen sehen sich meistens als Kinmener und nicht als Taiwaner. Was auf Taiwan passiert, interessiert sie nur,  wenn es ihr Leben auf Kinmen oder ihre Familien beeinflusst. Ich habe noch niemanden so wenig in Politik interessiert gesehen, wie meine Chinesischlehrerin. Wie sie uns Taiwans Politik erklärt hatte, lief ungefähr so ab: „Es gibt zwei Hauptparteien. Die eine Partei hat eine grüne Fahne mit Taiwan drauf und sie fordert mehr Eigenständigkeit von China. Die Fahne der anderen Partei sieht so aus wie die offizielle Taiwanfahne und die sind grade im Amt.“ Als wir gefragt haben, was denn dann genau der Unterschied zwischen den beiden wäre, konnte sie uns nicht wirklich antworten. Es gibt sogar ein paar Kinmener, die denken, dass Kinmen sich selber wirtschaften und regieren könnte. Es ist natürlich nicht wirklich ernst gemeint, eher so ein spielender Gedanke, aber es zeigt, wie die Kinmener denken. Und so unvorstellbar der Gedanke sein würde, dass Kinmen ein eigenes Land wird, ein bisschen könnte ich es mir vorstellen.

Der vierte Unterschied ist Kinmens Verkehr. Es ist nicht grade billig, teure Autos nach Kinmen zu verschiffen, deswegen gibt es eher wenig davon und mehr Motorroller, die sowieso in ganz Taiwan sehr viel benutzt werden, oder Autos, die sicher schon TÜV-überfällig sind. Aber wenn dann doch jemand einen weißen Audi A6 auf Kinmen hat, springt er sofort auf Gas, wenn er Ausländer sieht, um zu zeigen was er hat. Trotzdem, so schnell ist er dann auch wieder nicht, denn die Höchstgeschwindigkeit, die man hier fahren darf, sind sage und schreibe 80km/h. Und nach den zehn Monaten,  die ich hier verbracht habe, wird mir bei mehr schon fast schwindelig.  Aber ehrlich gesagt, habe ich mich an den langsameren Lebensstil gewöhnt und ich muss keinen Bus aller 10 Minuten, wie in meiner deutschen Heimatstadt, haben. Hier kommt der Bus nur einmal in der Stunde, na und? Da ich den Fahrplan nicht auswendig weiß, warte ich eben gern mal 50 Minuten an der Haltestelle. Ich genieße schon irgendwie dieses stressfreie Leben. Und wenn ich dann da sitze kann ich mich einfach noch mehr ausruhen. An der frischen Luft. Und am Kinmener Highway, wo die Autofahrer mit gemütlichen 80Km/h vorbeibrausen und dir fröhlich zuwinken.  Das ist übrigens Unterschied Nummer 5: Das gemütliche und ruhige Leben hier auf Kinmen, was man zum Beispiel in Taipei, bei all den vorbeihetzenden Passanten, vergeblich sucht. In Kinmen kann man richtig entspannen.

Unterschied Nummer 6: Kinmener sind alle eine große Familie. Wer auch immer die Chance hat, Kinmen zu erleben, freundet euch unbedingt mit einem Einheimischen an. Nicht nur, weil das total interessant ist, mit den Leuten zu quatschen, nein, auch weil dir dieser super Rabatte verschaffen kann. Irgendwie ist hier jeder mit jedem verwandt. Das macht sich wortwörtlich bezahlt, wenn dein Einheimischer der Verwandte des Ladeninhabers ist, in  dessen Laden du etwas kaufen willst. Was sehr wahrscheinlich ist. Wenn sie nicht verwandt sind, sind sie auf jeden Fall befreundet, oder der Freund war der Kindergartenfreund vom Sohn des Ladeninhabers oder ähnliches. Ich denke, was ich meine ist klar. Am besten ihr freundet euch mit meiner Counsellorin an, denn sie hat wirklich überall Freunde.  Ich habe tolle Geschenke und Rabatte bekommen, als ich mit ihr einkaufen war.

Natürlich fällt da ein fremdes Gesicht in der großen Familie sofort auf. Und dem entsprechend wird ein Ausländer permanent angestarrt und man sieht richtig in ihren Gesichtern die Fragezeichen. „Spricht sie chinesisch? Warum hat sie Kinmen gewählt und nicht Taiwan? Woher  kommt sie? Was macht sie hier? Ist sie alleine hier oder sind hier noch irgendwo mehr von ihr?“ Das sind ziemlich genau die Fragen und in genau der Reihenfolge, in der sie mir dann gestellt werden, wenn sich jemand traut, die Fremde anzuquatschen. Unterschied Nummer 7: Du wirst angesprochen! Das wird man zwar auch in Taipei, aber auf Kinmen wird man definitiv angesprochen. Definitiv. Ich rede jeden Tag mit fremden Gesichtern und nicke jedem Gesicht zu, bei dem auch nur halbwegs die Möglichkeit besteht, dass es schon mal mit mir geredet hat. Und da die meisten Kinmener nur wenig, oder überhaupt kein Englisch sprechen, wird man in Chinesisch zugetextet. Das hilft einem auch irgendwie mehr chinesisch zu lernen. Der achte Unterschied: Durch den Umgang mit all den Fremden lernt man die oft benutzten Phrasen sehr schnell. In Taipei reden nur wenige mit dir, denn Ausländer sind dort nicht mehr so besonders. Es gibt erstaunlich viele da. In Kinmen gibt es ca. 20. Und ich könnte jetzt alle Namen heruntererzählen, wir sind alle mit einander befreundet. Ich habe mir so sehr angewöhnt, zu jedem Ausländer, den ich in Kinmen sehe, Hallo zu sagen und ein paar Sätze mit ihnen zu sprechen, dass ich mich in Taipei richtig zurückhalten muss, nicht jedem Hallo zusagen. Zum einen Lächeln dort die Ausländer nicht einander an, zum anderen sind da so viele, dass ich überfordert wäre.  Es ist also nur eine kleine Gemeinde von Ausländern auf  Kinmen, und die meisten um 5 oder mehr Jahre älter als ich bin, bin ich sozusagen gezwungen neue, einheimische Freunde in meinem Alter zu finden (Auch wenn ich natürlich sehr gut mit all den anderen Ausländern, meist Amerikaner, zurechtkomme) Unterschied Nummer neun ist also, ich bin gezwungen neue Freunde zu finden, und kann nicht immer mit den andern Austauschschülern zusammenhängen.

Natürlich bin ich nicht die einzige Austauschschülerin. Ich habe noch eine amerikanische Rotary Autauschschülerin mit mir auf Kinmen.  Das ist der zehnte Unterschied von Kinmen und Taipei: Du kannst dir deine stärkste Bezugsperson nicht aussuchen. Deine Beste Freundin hier und in dem Jahr.  Es ist ein wenig wie ‚Big Brother‘ nur auf einer Insel. Ich denke ich habe noch mal Glück gehabt, dass ich mit Amelia die Insel teile. Es hätte schlimmer kommen können. Aber dadurch, dass wir eigentlich nur uns haben, um unsere Erfahrungen zu teilen und um jemanden zu haben, der das gleiche durchmacht, wie man selbst, hängen wir immer zusammen. Immer. Immer. Immer. Und das Problem ist, dass muss ich ehrlich zugeben, dass ich gerne mal alleine bin. Und dass ich auch mal Ruhe genieße. Aber mit Amelia neben dir geht das nicht wirklich. Sie hat so einen Drang zu erzählen. Nichts desto trotz ist sie wirklich eine sehr nette Person und so eine Art Schwester geworden. Ich werde sie vermissen. Wenn wir beide aber in Taipei leben würden, glaube ich, würden wir fast gar nicht miteinander reden.

Der elfte Unterschied bezieht sich wieder auf die Kinmener allgemein. Da auf Kinmen ein sehr berühmter Likör hergestellt wird (>> Kaoliang Likör) ist der Durchschnitts – Kinmener trinkfester als der normale Taiwaner. Das ist vorallem auf den Rotarymeetings schön zubeobachten, wenn ein Gastclub mitisst/mittrinkt. Durch das Beobachten von taiwanesischen Gesichtern, die röter und röter werden war immer eine willkommene Abwechslung. Kinmener trinken gerne bei solchen Gelegenheiten und viel. Und es wird auf alles geprostet. Mehrmals auch auf die Austauschschüler. Mein Gastvater hat sogar meistens seine eigene Flasche Likör und geht dann damit von Tisch zu Tisch. Er wird zwar auch rot, aber merklich später und hält länger durch, als die Besucher. Zu ihrer Verteidigung, der Kinmen Kaoliang Likör (kurz KKL) hat 58%Alkohol und ist sehr scharf. Deswegen sind die Schnapsgläser auch nur ein Drittel so groß, wie normale.  Auch wir Austauschschüler dürfen manchmal bei Meetings mit trinken (es ist ja überwacht), aber Amelia kann ihn im Gegensatz zu mir nicht trinken, weswegen ich dann auch noch ihr Glas runter kippen muss (Noch etwas tolles an KKL: Man kriegt keinen Kater davon. Mein Gastvater steht am Tag danach gegen sechs Uhr auf und ist fit wie ein Turnschuh. (Und ich war auch noch nie betrunken)).

Kaoliang ist eine Pflanze, die speziell in Kinmen wächst. Sie sieht ein wenig aus wie grüner Weizen oder so. Deshalb Unterschied Nummer Zwölf: Kinmen hat eine wunderschöne Natur und Artenvielfalt. Im Frühling ist Kinmen ein Geheimtipp unter den Vögeln und ihren Beobachtern. Zum Beispiel im März wohnen über zehntausend Komorane auf Kinmen.  Es gibt Eisfischer, Reiher, Hoopoes und viele mehr. Die ganze Insel singt im Frühling.

Irgendwo stand mal geschrieben, in Kinmen lebt der Mensch noch im Einklang mit der Natur. Und das stimmt, ich habe hier noch nie ein Traktor gesehen. Die Felder werden mit Ochsen gepflügt, und geerntet mit Sensen.

Der dreizehnte Unterschied: So wie die Felder noch mit Ochsenkraft gepflügt werden, leben hier noch sehr viele Familien wie ihre Vorfahren: Sie leben in wunderschönen traditionellen Häusern, welche in wunderschöne Weise gebaut und gestaltet werden. In den Städten von Kinmen reihen sich modernere Häuser an alten und ergeben ein wunderschönes Stadtbild.

In Kinmen kann man übrigens die Busse kostenlos benutzen, wenn man eine Buskarte hat. Im Gegensatz zu den Taipei-kids verbrauchen wir also nicht ¾ unseres monatlichen Taschengeldes für den Transport.  >Unterschied Nummer 14

Ich spare mein ganzes Geld für unser monatliches Wochenende in Taipei. Unterschied Nummer 15 ist nämlich, dass wir in Kinmen nicht wirklich eine Shoppingmöglichkeit haben. Es gibt zwar Läden, aber nicht so viele und vor allem: Es gibt keine Nachtmärkte. Deswegen versuche wir unser ganzes Geld für Taipei zu sparen, wo wir es dann ausgeben können. Denn wir haben einmal im Monat die Möglichkeit für drei Tage nach Taipei zufliegen und an einer Orientation teilzunehmen, da unser Rotary Club noch zum Distrikt 3480 gehört, der in Taipei liegt. Ergo, wir sehen in dem  Jahr viel mehr. (Unterschied 16). Kinmen ist zwar kulturell sehr schön, aber man kann wenig machen. In Wirklichkeit ist fast jede dritte Frage, die uns speziell Schüler stellen, folgende: „Findest du Kinmen ncht langweilig?“ Ich anworte darauf immer: „Nein, eigentlich nicht, ich mag Kinmen, es ist sehr interessant.“ Auch wenn mir das die meisten nicht glauben, stimmt es. Kinmen ist wundervoll. Aber es kann vor allem an regnerischen Tagen, an denen es so schüttet, dass man lieber im Haus bleibt, oder an superheißen Tagen, an denen man die Klimaanlage versucht, nicht alleine zu lassen, schon etwas langweilig werden. In Taipei dagegen  hat man viele Möglichkeiten seinen Tag ‚indoor‘ zu verbringen. Sei es Museen oder Cafés (wovon es wirklich fast keine in Kinmen gibt)oder ähnliches.  Welche wir Kinmenischen Austauschschüler nie wirklich besuchen können (Museen). Da unsere Taipei-Zeit wie folgt aussieht: Freitagnachmittag – Ankunft Taipei , Samstag – Orientation (meist den ganzen Tag), Sonntagvormittag – Abflug . Unterschied Nummer 17 ist also, dass Taipei viele verschiedene Möglichkeiten hat, seine Zeit zu verbringen. Kinmen nicht.

Unterschied Nummer 18: Es gibt Chinesisch. Das spricht jeder (und schreibt jeder, aber traditionell). Dann gibt es noch Taiwanesisch, was ein älterer Dialekt ist. Es ist ein Dialekt, d.h.  es gibt keine geschriebene Sprache. Die ältere Generation spricht es in Taiwan. Und dann gibt es dann da noch Kinmenisch. Ebenfalls ein Dialekt, gesprochen von der älteren Generation auf Kinmen. Ich kann beide Dialekte nicht. Ich weiß nur das „Deutschland“ sowohl in Taiwanesisch, wie auch in Kinmenisch „diggo“ heißt.

Unterschied Nummer 19: Taiwaner belächeln Kinmener. Wir sind mit dem Taxi in Taipei zum Flughafen gefahren und als mich der Taxifahrer fragte, wohin es gehen sollte, sagte ich Kinmen. Er hat erstmal nichts gesagt, aber ich konnte ihn denken hören: ‚ Die haben hier die Chance nach Japan oder Honkong zu fliegen, warum dann grade Kinmen?‘  Deswegen habe ich dann hinzugefügt: „Wir leben da“ Und dann hatte er die ganze restliche Fahrt dieses mitleidige Lächeln im Gesicht. „Ihr studiert da?“ „Nein, wir gehen  in die Kinmen Senior High School.“ „Oh… Die soll nicht schlecht sein“ (immer noch mit diesem Lächeln).

Es gibt viel typisch Taiwanesisches, aber auch ebenso viel Kinmenisches. Ich liste jetzt nur noch ein paar Dinge auf, die typisch für Kinmen sind, und die ihr definitiv nicht auf Taiwan finden werdet (Unterschied Nummer Zwanzig sind also viele kleine Unterschiede):

1.       Windlöwengötter: Das sind Statuen von sitzenden Löwen, die vor Häusern oder Orten stehen. Diese Löwen haben meist glückbringende Gegenstände in der Hand und können aus jedem Material sein. Die Kinmener stellen sie auf und beten zu ihnen, dass sie ihr Haus/ihre Ortschaft von den starken Küstenstürmen beschützt. Die Löwen stehen für Kraft, Mut und so weiter. Der größte, traditionelle Windlöwe ist um die drei Meter groß, der kleinste ist ca. 30 Zentimeter. (Auf der Kinmenischen Nebeninsel, Klein-Kinmen gibt es auch solche Statuen, aber im dort sind es Hühner)

2.       Schwalbendach- und Pferderückendachhäuser. Das sind die traditionellen Häuser in Kinmen. Entweder mit einem Dach, dessen Giebel an den Enden zu einem „Schwalbenschwanz“ geformt ist, so sieht es jedenfalls aus, oder die einen runden Giebel haben, so dass es ein bisschen aussieht wie ein Pferderücken. Es macht einem Lust diese Dächer zu reiten.

3.       Erdnusssüßigkeiten: verschiedene süße Sachen, deren Hauptbestandteil gemahlene Erdnüsse sind, wie der Name schon sagt. Sie sind superklebrig, aber auch superlecker!

4.       Eierrollen. Diese sind eine Art „Gebäckröhren“, die super dünn sind, und ich nehme stark an, dass Ei eine Zutat ist.

5.       MaestroWu. Das ist eine Firma, die die berühmten Kinmenischen Messer herstellt. Zwar denke ich, dass man die Läden eventuell auch auf Taiwan findet, aber die Messer werden hier geschmiedet. Und zwar aus Bomben, die im Chin.-Taiwanesischem Krieg auf Kinmen gefallen sind. (Taiwan hat übrigens gewonnen). Die Messer sind sehr gut und berühmt in der ganzen Welt!

6.       Kinmen hat seine eigene Küche. Es gibt traditionell Taiwanisch und dann auch noch traditionell Kinmenisch. Mir schmeckt vor allem der Blutreis gut. Klingt eklig und wenn ich das noch weiter beschreibe, klingt das immer ekliger. Deswegen lass ich das.

7.       Kaoliang Likör hatte ich ja schon erwähnt, aber nur im Zusammenhang mit der Trinkfestigkeit der Kinmener. Die KKL Destillerie steh hier auf Kinmen (ist ja klar) und bei gutem Wind kann man den würzigen Geruch von dem Likör auf der ganzen Insel riechen. Die Firma gehört der Kinmen Regierung und ein Großteil der Einnahmen, die übrigens enorm sein müssen, da fast jeder Kinmener über zehn Kisten mit jeweils zehn Flaschen im Keller stehen hat (je älter, desto leckerer), geht der wunderschönen Straßenbepflanzung zu gute.

Mehr Infos hier: http://www.kkl.gov.tw/eng/index.aspx

 

 

 

Der größte Unterschied ist aber, dass Kinmen in den letzten zehn Monaten wirklich eine Art „zweites Zuhause“ geworden ist. Ich liebe Kinmen. Würde ich nicht so viel Deutsches vermissen, und auch meine Familie und Freunde, würde ich absichtlich meinen Rückflug verpassen. Ich habe mir versprochen, wenn ich einst zu berühmt für Deutschland oder Amerika werden sollte, ziehe ich hier her. Und glaubt mir, der Tag wird kommen 😉

Taipei dagegen ist nur eine weitere Stadt, in der ich Tourist war (Zwar ein bisschen mehr, da ich insgesamt einen Monat da verbracht habe, aber nicht zu vergleichen mit Taipei!)

 

P.S.: Natürlich sind das nur meine Eindrücke und Erfahrungen. Es kann sein, dass die Taipei-Kids das ganz anders erfahren haben. Um es richtig vergleichen zu können, müsste ich noch einmal genauso lange in Taipei leben  – Papa? Mama? Würdet ihr ein zweites Jahr unterstützen?

 

 

 

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