Mexiko – erster Bericht von Tara

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 So, ich fange erst einmal bei meinem Flug nach Mexiko an. Bis ich im Flugzeug saß, hab ich es nämlich kaum realisiert, dass ich wirklich meine Familie , Freunde und Deutschland für ein ganzes Jahr zurück lassen werde. Ich glaube nicht einmal dann war es mir so wirklich bewusst. Der Flug war aufregend für mich, weil ich erst das zweite Mal in meinem Leben geflogen bin und ich dachte ich würde völlig verloren gehen, ist aber nicht passiert.

 

Dafür dass ich manchmal sehr chaotisch bin, habe ich wirklich gut zurecht gefunden, jedoch habe ich in Mexico City Panik bekommen, da mein Gate nicht auf dem Flugticket stand und es auch auf keinem Bildschirm angezeigt wurde, ich musste mich durch fragen. In den letzten 20 Minuten vor dem Abflug habe ich dann endlich mein Gate gefunden, ich war so erleichtert. Als ich dann in Monterrey angekommen bin, wurde ich sehr herzlich von meiner Gastfamilie empfangen, auch Gilberto Espinosa war anwesend, da er in Monterrey lebt. Die ersten 2 Tage habe ich eigentlich nur mit Schlafen verbracht, ich war so unendlich müde. Dann am 3ten Tag sind wir nach Houston, USA gefahren, da meine Gastschwester von dort aus nach Dänemark geflogen ist um ihr Austauschjahr zu beginnen. Dort habe ich dann noch mehr Familie kennen gelernt und ich konnte mir die ersten Tage noch kaum Gedanken über alles machen, dass ich jetzt in Mexiko bin, für ein ganzes Jahr, da wir immer irgendwie unterwegs waren. Danach folgten Tage mit Heimweh, da ich realisierte, dass ich mein gewohntes Umfeld 1 Jahr lang nicht mehr um mich haben werde. Bis jetzt waren die ersten Tage, die schlimmsten Tage die ich mit Heimweh erlebt habe. Denn als ich dann in die Schule gekommen bin und ich sozusagen so etwas wie ein Star war, blieb nicht mehr viel Zeit um mir Gedanken zu machen. Die Mädels aus meiner Klasse haben mich echt lieb empfangen und nach einiger Zeit hatte ich dann auch mehr Kontakt mit den anderen Austauschschülerinnen, die in derselben Stadt leben wie ich. Jetzt sind wir sozusagen so etwas wie Schwestern, weil jede die andere mit ihren „Austauschjahrproblemen“ verstehen kann. In meiner Stadt leben 2 Mädchen, eine aus Dänemark, mit dem Namen Sofie, und eine aus Frankreich, mit dem Namen Mathilde. Bald kam dann auch mein Geburtstag und die Mädels aus meiner Klasse haben für mich eine Party veranstaltet. Mit diesen beiden bin ich jetzt am meisten unterwegs. Natürlich machen wir so oft es geht etwas mit den Mexikanern, aber nach der Anfangsphase ist man nicht mehr so interessant und die meisten Leute aus der Schule sind eben schon in bestehenden Gruppen. Trotzdem gehe ich auch manchmal mit mexikanischen Freundinnen essen, die wissen auch wo es das Beste gibt! Oder wir gehen ins Kino, shoppen oder was es sonst noch zu tun gibt. Meistens eben in den USA, da wir gleich an der Grenze leben und es dort drüben, erstens billiger und zweitens sicherer ist. Ich habe gemerkt Mexikaner sind sehr herzliche Menschen und empfangen einen mit offenen Armen. Auch die Kultur ist einzigartig, ich war letztens auf einer Art Parade und es haben sich die verschiedensten Arbeitsstellen und Schulen vorgestellt, die es in der Stadt gibt. Alles im mexikanischen Stil, mit vielen Farben und mexikanischer Kleidung und Tanz. Und das Essen ist ein Grund um herzukommen, es gibt leider nichts vergleichbares in Deutschland. Tacos, Gorditas und so weiter. Kein Wunder, dass man hier zunimmt. Juan Hector, mein Chairman hat gesagt, das Austauschjahr in Mexiko ist nicht erfolgreich, wenn man nicht wenigstens 10 Kilo zugenommen hat! Mit der Sprache habe ich ein paar Probleme, welche wahrscheinlich berechtigt sind, da ich das Gefühl habe das Spanisch genau anders herum als Deutsch gebaut ist, aber ich kann mich verständigen und auch schon normale Gespräche führen. Dass ich das in 3 Monaten schaffe, hätte ich niemals geglaubt, man muss einfach soviel Spanisch reden wie möglich und Englisch so gut es geht vermeiden, was mir einfach viel, da meine Gastfamilie kein Englisch konnte. Jetzt lebe ich mit einer Familie, wo mein Gastvater leider kein Spanisch sprechen kann, aber meine Gastmutter und mein Gastbruder sprechen dafür fließend Spanisch und das auch mit mir. Heimweh ist seit den ersten Tagen immer nur ganz leicht und nicht oft vorgekommen, wahrscheinlich weil ich total glücklich bin mich für dieses Austauschjahr entschieden zu haben. Das Leben hier ist schon einigermaßen alltäglich geworden und es fühlt sich nicht mehr ganz so besonders an, aber man wird doch immer wieder mit neuen kulturellen Ereignissen überrascht und lernt immer wieder neue Leute kennen. Ich bin gerade erst von dem ersten Trip zurück gekommen und der war um Mexico City herum, es war wirklich wundervoll. Wir haben soviel unternommen, wir nur möglich war und deshalb hat es auch irgendwie an Schlaf gefehlt, aber das war okay. Mir war es soviel wie möglich gesehen zu haben, als zu schlafen. Wir waren in 4 verschiedenen Städten, Puebla, Mexico City, Guanajuato und San Miguel de Allende. In diesem Trip haben sich die ganzen Austauschschüler mehr zusammen geschlossen und man merkt einfach, egal wie verschieden die Kulturen sind, man kann immer zusammen Spaß haben. Wir haben zusammen auf Booten und in den Straßen getanzt mit Mariachis als Begleitmusik und ich glaube wir waren auch immer die Attraktion für alle, da es schon auffällt, wenn eine durchgemischte Gruppe von 60 Ausländern durch die Straßen läuft. Man kann schon sagen, wir sind wie so eine kleine Familie, jeder hat irgendwie seinen Platz darin. Innerhalb des Trips hatte ich für einen Tag richtig starkes Heimweh, was aber auch seine Gründe hatte, denke ich. Das ist aber schon wieder verflogen und ich möchte dieses Jahr durchziehen und mein Bestes dabei geben. Meine Schule hat jetzt Ferien, das heißt ich hab ganz viel Zeit Dinge zu unternehmen. Bevor ich auf den Trip gegangen bin, waren in der Schule Tage mit Examen und ich habe bei jedem von Ihnen teilgenommen. Ob dass was ich geschrieben habe, die richtige Grammatik und Rechtschreibweise hatte, ist eine andere Sache. Leider haben wir keine Noten darauf bekommen, ich hätte schon gerne gewusst, wie ich abgeschnitten habe. Aber wenn die Schule wieder anfängt, werde ich das auch nachfragen. Außerdem gehe ich mit meiner ersten Gastfamilie nach Cancun über Weihnachten, ich freue mich richtig darauf! Aber am 24ten sind wir in Victoria mit der ganzen riesigen Familie, erst danach geht’s nach Cancun. Ich fühle mich hier schon wie als wäre ich zuhause angekommen, natürlich merke ich dass es nicht Deutschland ist, aber ich fühle mich wohl. Das zeigen wahrscheinlich auch die 6 Kilo die ich schon mehr drauf habe. Aber dem mexikanischen Essen kann man einfach nicht widerstehen. Mal sehen, was ich das nächste Mal so zu erzählen habe.

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