Kolumbien – 2. Bericht von Jannis

Liebe Rotarier,

es ist schon wieder eine ganze Zeit vergangen und vieles Interessantes ist passiert. Der Rotary-Club von Pasto hat viel unternommen. Unteranderem einen Ausflug zu dem „Laguna Verde“, einen Tag in einer Finca und ein soziales Projekt, dessen Ziel es war, eine arme Schule unweit von Pasto zu unterstützen. Außerdem durfte ich mich einige Wochen zuvor ausführlich vorstellen und habe einen großen Einblick von Deutschland vermittelt.

Zwischen durch war eine Woche Ferien, die meine Familie mit mir genutzt hat, nach Mompiche in Ecuador zufahren. Dort waren wir in einem tollen Hotel untergebracht und haben das wärmere Klima genossen, da es in Pasto durchaus kalt werden kann. Die Fahrt dorthin war mit 12 Stunden reichlich lang, aber sehr interessant. Eine tolle Vegetation, abwechselnd Hitze und Kälte durch die Berge und Rinder auf der Straße.

Pasto ist in ganz Kolumbien bekannt. Nicht nur, weil sie die Ostfriesen von Kolumbien sind, sondern auch durch den Karneval, der immer vom 3. Bis zum 6. Januar stattfindet. Das Motto ist „Carnaval de Negros y Blancos“ übersetzt Karneval der Schwarzen und Weißen. Einer der farbenprächtigsten und interessantesten Karneval von ganz Südamerika. Deshalb wurde der Karneval von Pasto von der UNESCO zum mündlichen und geistigen Kultererbe der Menschheit erklärt. Juan, mein Gastvater, organisiert den Karneval und hat mich zu einem Vorentscheid eingeladen. Ein Vorentscheid, wer beim Karneval auftreten darf, da es jedes Jahr viele Bewerber gibt, aber nur eine bestimmte Anzahl an Gruppen auftreten können. Schon der Wettbewerb gestern war sehr gut. Außergewöhnlich ist, dass jedes Jahr meine Schule am 4. Januar im Karneval auftreten darf. Deshalb gab es auch schon ein Treffen meiner Generation der Schule anlässlich der Proben. Ich bin schon sehr gespannt.

Jedes Jahr veranstaltet meine Schule eine riesige Halloween Party für alle, die auf die Schule gehen, plus jeweils fünf Gäste pro Person. Auf der Party gab es dann Wettbewerbe, wie z.B. das beste Paar, das beste Kostüm oder die beste Choreographie bei dem Tanzwettbewerb. Auf den Tanzwettbewerb habe ich mich mit Freunden zwei Monate lang vorbereitet. Am Ende hat sich die Mühe sogar gelohnt und wir haben den ersten Platz gewonnen. Am Ende gab es sogar ein Konzert von „Golpe y Golpe“. Die sind sehr bekannt in Kolumbien.

Momentan haben alle Schüler der Schule mehr als fünf Wochen Ferien, bis nach dem Karneval in Januar. Die letzten drei Tage in der Schule waren “Fiestas Javerianas”. Für drei Tage wurden alle Schüler bunt gemischt in acht Clubs eingeteilt. Zwischen den Clubs gab es dann Wettbewerbe, in Form von Spielen. So wurde der bessere Club in Spielen wie Basketball, Armdrücken, Volleyball mit Wasserbomben und Quemados (eine Art Völkerball) ausgefochten. Zwar ist mein Club Vorletzter geworden, jedoch hatten wir sehr viel Spaß.

Pasto liegt auf etwa 2500m, wenn man jedoch eine halbe Stunde nach Chachagui fährt, befindet man sich einige hundert Meter tiefer in einem Tal. Aufgrund der Form der Berge wird der größte Teil der Wolken aufgehalten und man hat das herrlichste Wetter, was man sich nur vorstellen kann. Jeden Tag Sonne, bei sehr angenehmen 25-30°C. Jede etwas wohlhabendere Familie in Pasto besitzt eine Finca, ein Ferienhaus, in Chachagui. Es ist immer sehr angenehm.

In Kolumbien sind die sogenannten “Novenas” eine lange Tradition. Neun Tage vor Weihnachten beginnt sie. In dieser Zeit trifft sich die Familie (in Kolumbien bedeutet Familie alle Großeltern, Geschwister, Tanten, Onkel usw.) in einem Haus um gemeinsam zu beten, zu singen, zu essen und zu reden. Sehr lustig und immer interessant. Weihnachten sind alle bei der Oma eingetroffen und nach dem Essen wurde gebetet. Anschließend wurden die Geschenke verteilt. Für meine Eltern hatte ich ein typisch sächsisches Räuchermännchen und meine Schwester bekam deutsche Süßigkeiten. In den Ferien unternehme ich viel mit meinen Freunden. So gehen wir ins Kino oder treffen uns, um Fußball zu spielen. Mit den anderen Austauschschülern verstehe ich mich ebenfalls sehr gut und wir machen auch ab und zu etwas.

Liebe Outbounds,

ich freue mich sehr, dass Rotary auch dieses Jahr wieder vielen Jugendlichen die Möglichkeit gibt, ein Austauschbar zu machen. Ihr könnt mir glauben, dass dies eine einmalige Möglichkeit ist, die euch selber sehr verändern kann und wird. Was auch immer ihr für ein Land gewählt habt, es wird ganz sicher das beste Jahr eures Lebens. Genauso, wie es schon jetzt meines ist. Ich kann euch nur raten, lasst euch auf das Neue ein und macht das Beste draus. Findet eine neue Familie, neue Freunde und präsentiert euch selbst. Denn genauso, wie ihr euch für euer Gastland interessiert, interessiert man sich auch dort für euch und für Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen aus dem weit entfernten Kolumbien,

Jannis Kaliske

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