USA – 3. Bericht von Sarah

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211 Tage … so lange bin ich jetzt schon hier in den USA und es fühlt sich immer noch so an, als wäre ich erst gestern angekommen. Daran zu denken, dass mehr als die Hälfte meines Jahres vorbei ist und ich mein neues Leben bald hinter mir lassen muss, ist einfach unvorstellbar. Ich bin so glücklich hier zu sein; ich habe die beste Gastfamilie, die man sich nur wünschen kann, tolle neue Freunde und ein neues zu Hause, das ich am liebsten nie wieder verlassen möchte.

Die letzten Monate waren vollgepackt mit unbezahlbaren, wundervollen Erlebnissen und Erfahrungen.

Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich meinen Geburtstag während der Schulzeit und dann auch noch ausgerechnet während meines Austauschjahres. Mein Rotary Club hat am Morgen eine kleine Geburtstagsfeier für mich veranstaltet, meine Gastschwester hat mein Schließfach in der Schule dekoriert und meine Freunde haben ihre Geburtstagsglückwünsche darauf geschrieben und Leute haben mir im Korridor gratuliert. Das einzige was ich an diesem Tag gegessen habe, und ich mache keine Scherze wenn ich das sage, war Schokoladenkuchen. Es war ein unglaublich toller Geburtstag, den ich in der Form wahrscheinlich nie wieder erleben werde.

Am Wochenende danach ging es dann für mich und die anderen Austauschschüler aus meinem Distrikt auf unsere Reise nach Quebec City in Kanada wo wir dann die Austauschschüler aus dem anderen Distrikt getroffen haben. Zusammen hatten wir eine Stadtführung, sind Snow Tubing gegangen, waren im Eis Hotel, sind Ski gefahren und anschließend noch Baden im Spa, Schneeschuh laufen, Schlitten fahren und zu guter Letzt natürlich noch Schlittschuh laufen auf dem zugefrorenen See. Trotz der kleinen Sprachbarriere (Leute in Quebec sprechen Französisch und so natürlich auch die Austauschschüler) habe ich viele neue Freunde gefunden.

Der beste Trip bis jetzt war aber meine Fahrt nach Buffalo zu meiner Gastschwester zusammen mit meiner Gastmutter. Ein großer Traum, den ich schon habe seit ich ein kleines Kind war, war einmal in meinem Leben die Niagarafälle zu sehen. Und genau das haben wir auch gemacht. Es war einfach nur unglaublich, atemberaubend, überwältigend… besser als alles, was ich mir hätte vorstellen können. Wir haben sie uns von beiden Seiten der Grenze, kanadische und amerikanische Seite, angeschaut und eine war besser als die andere. Die Bootsfahrt konnten wir leider wegen den kalten Temperaturen nicht machen, aber das ist nicht so schlimm. Bevor ich hierher gekommen bin, hätte ich nicht erwartet bis nach Buffalo und schon gar nicht bis an die Niagarafälle zu kommen. Immerhin ist es eine siebenstündige Fahrt von meiner Stadt bis dorthin und ich bin meiner Gastfamilie, insbesondere meiner Gastmutter, so dankbar, dass sie mir das ermöglicht haben und ich diese tollen Erinnerungen mit ihnen teilen kann. Und falls ihr die besten Donuts in der Welt essen wollt …. kommt nach Buffalo!

Viele Leute fragen mich jetzt schon, ob ich mich freue bald wieder nach Hause zu fliegen. Aber was ist zu Hause? Ich habe jetzt ein zu Hause hier, in den USA, und dann mein zu Hause in Deutschland. Die einzige Antwort, die ich gebe: „ Ich möchte daran im Moment noch gar nicht denken.“ Natürlich freue ich mich schon wieder meine Familie und Freunde wiederzusehen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Es tut nichtsdestotrotz weh daran zu denken, dass ich mein Leben, meine Freunde, meine Familie und mein neues zu Hause in 96 Tagen hinter mir lassen muss und zurück in mein Leben nach Deutschland kehre. Der Countdown auf meinem Handy und dem meiner Freunde läuft natürlich schon und die Stunden scheinen nur noch so vorbei zu fliegen. In den letzten sieben Monaten habe ich so viele neue Erfahrungen gesammelt und neue Freundschaften geschlossen, das werde ich in meinen restlichen drei Monaten natürlich noch weiterhin machen. Eine große Reise steht mir noch bevor, ein Gastfamilienwechsel, Prom und noch viele weitere, bisher noch unbekannte, einzigartige Erlebnisse.

Diesen Bericht zu schreiben und allein schon der Gedanke daran dieses wundervolle Land zu verlassen und meine neuen Familien hinter mir zu lassen, bringt mich zum weinen. Fraglich wie es dann wohl beim finalen Auf Wiedersehen aussehen wird?

Viele Grüße aus den USA

Sarah

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