Mexiko – 3. Bericht von Hannah

Wenn mir vor meinem Auslandsjahr meine Freunde, die selbst schon diese Erfahrung gemacht hatten, sagten das die Zeit hier wie im Fluge vergehen wird konnte ich mir das immer nicht so richtig vorstellen. Noch bei meinem letzten Quartalsbericht dachte ich „Ach ich habe ja noch ewig (mehr als die Hälfte der Zeit) vor mir“. Und nun steht in einer Woche meine große Distrikts Reise an und danach nur noch eineinhalb Monate in meiner Stadt, Hermosillo. Für mich persönlich ehrlich gesagt ebenfalls unerwartet habe ich, seit dem Anbruch meiner letzten drei Monate hier und meinem letzten Gastfamilien Wechsel, immer mehr den Wunsch einfach hier bleiben zu können.

Ich erinnere mich daran das vor fast drei Jahren als ich meine Schwester für den Abflug in ihr Auslandsjahr zum Flughafen begleitet habe sie sehr Aufgeregt war und es eigentlich kaum abwarten konnte in ihren Flieger zusteigen und allem in Deutschland nur noch Aufwiedersehen zusagen. Damals hatte ich mir gedacht, dass ich bestimmt auch so sein werde. Doch mir ging es nicht so. Am Ende des letzten Sommers war ich so glücklich in Deutschland das ich meine Entscheidung ins Auslandsjahr zu gehen ernsthaft bereute. Trotzdem kam ich her und dachte mir, dass ich dieses eine Jahr einfach überstehen muss und dann kann ich zurück nach Hause. Doch bereits nach dem ich nur ein paar Wochen hier war gefiel es mir sehr gut hier. Und ich habe für mich etwas wichtiges gelernt und zwar das wenn man sagt es wird immer besser als erwartet, das war ist.

Am Anfang war ich natürlich total von allem neuen hier aber nun nach dem ich eine längere Zeit hier bin sieht man natürlich auch die schwach Stellen an anderen Orten. Das Leben hier hat nicht nur meinen Horizont erweitert, nein viel stärker hat es eigentlich das Bild verändert das ich von Deutschland und Europa habe. Es gibt viele Standards die wir in Deutschland haben welche ich persönlich nie so direkt zu schätzen gewusst habe. An den Sachen die ich wirklich aktiv und häufig vermisse sowie das Benutzen von öffentlich Transportmitteln problemlos oder auch das meine Mutter nicht immer gleich die Adresse, Name und Uhrzeiten haben möchte wenn ich irgendwohin ausgehe, zeigt mir natürlich alleine schon wie viel sicherer es ist.

Hingegen gibt es auch viele Sachen die ich von hier vermissen werde wie vor allem die offenen und freundlichen Menschen. Natürlich werde ich aber auch einfach ganz alltägliche Sachen wie das gute Essen und das tolle Wetter vermissen. Die Vorstellung dass in einer Woche ich schon auf die Ruta Maya fahre ist einerseits fantastisch und andererseits sehr traurig. Die Zeit die mir hier bleibt wird immer knapper aber trotzdem werde ich es versuchen jeden Moment hier zu genießen.

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