Mexiko – 4. Bericht von Fanny

Nicht zu fassen wie schnell 11 Monate um sein können. Da hat man sich gerade so richtig eingelebt, da heißt es schon wieder Koffer packen und zurück nach Deutschland.

Gleich zu Beginn, kann ich mich nur von ganzem Herzen bei Ihnen bedanken. Danke, dass Sie mir die Möglichkeit gegeben haben, das aufregendste Jahr meines Lebens zu erleben. Ohne Sie und Ihre riesige Unterstützung wäre all das für mich nicht möglich gewesen.

So vieles habe ich in diesem Jahr erlebt, so viele neue Eindrücke und Erfahrungen habe ich sammeln können. Und auch wenn bei mir, vor allem am Anfang, nicht alles einfach war, möchte ich meine Zeit um nichts in der Welt hergeben.

Noch gut erinnere ich mich an meine ersten Wochen in Mexiko. Ich konnte vielleicht 20 Worte Spanisch und war das erste Mal so richtig auf mich allein gestellt, in einem fernen exotischen Land voller Fremden.

Gut erinnere ich mich noch, dass ich prinzipiell alle Fragen zu Beginn einfach mit `si´(ja) beantwortet habe oder schnell noch ein `ohh no´ (ähh nein) ergänzt habe, falls mein Gegenüber mich äußerst merkwürdig angeschaut hat. Aber auch das Sprache erlernen ging dann schneller und vor allem problemloser als gedacht. Auch die Fremden sind mittlerweile zu meinen Freunden geworden oder sind für mich wie Familie, ebenso wie Mexiko für mich eine zweite Heimat ist. Ich habe mich verliebt in seine abwechslungsreiche Landschaft, mit den Sierras, der weiten verbrannten Steppe, den tropischen Wäldern und Traumstränden. Und besonders in den eigentlich immer tiefblauen wolkenlosen Himmel und die bezaubernden Sonnenuntergänge. Natürlich habe ich auch die Mexikaner an sich unglaublich ins Herz geschlossen mit ihrer willkommen heißenden und herzlichen Art und dem stets freundlichen Gemüt. Fast nichts kann sie aus der Ruhe bringen oder ihre Lebensfreude mindern, noch nicht mal ein absolut verhasster Präsident. (Obwohl ich zugeben muss, dass mich das großteils vorhanden Desinteresse an Politik unglaublich aufgeregt hat). Auch die `Fiestas´ werde ich vermissen, ob Familienfeier oder eine Party mit Freunden, stets war die Stimmung ausgelassen, und was ich besonders genossen habe: es wurde getanzt. Feiern können die Mexikaner definitiv besser als die Deutschen.

Meine letzten drei Monate kann man nicht in Worte fassen. Ich habe mich zu 100% angekommen gefühlt, hatte kein Problem mehr mit der Sprache und eine tolle Familie und einen weiten Freundeskreis. Ich hatte also immer etwas zu tun. Ob nun Reiten auf meiner Ranch, mit Freunden ins Kino gehen oder einen Yogakurs besuchen, irgendwas schönes hatte ich immer vor.

Das große Highlight war natürlich die Ruta-Maya, eine dreiwöchige Reise durch den Süden von Mexiko. Gestartet in Mexico-City ging es weiter nach Yucatan. Wir haben sogar die Grenze nach Guatemala überquert. Nach der Besichtigung einiger Pyramiden und Naturwundern, ging es dann weiter nach Cancún. Die Tage an der Karibik waren natürlich der krönende Abschluss. Am besten gefallen hat mir das Schnorcheln vor Cozumel. Es ist unglaublich, wie viele Fische sich im türkisfarbenen Wasser wimmelten – ein wahres Unterwasserparadies. Natürlich habe ich es auch besonders genossen, dass unsere Reisegruppe aus über neunzig Jugendlichen aus aller Welt bestand (auch wenn davon sicher die Hälfte aus Brasilien stammte). Es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, dass man Freunde auf der ganzen Welt hat, die man hoffentlich irgendwann mal besuchen kann.

Dieses Jahr hat mir unglaublich viel gegeben. Vor allem bin ich dankbar für all die tollen und prägenden Leute, die ich kennen und lieben lernen durfte. So viele neue Seiten habe ich auch an mir selbst kennengelernt und neue Leidenschaften entwickelt. Ich würde behaupten, dass ich jetzt selbstbewusster und reifer bin. Besonders auch durch meine schwierige Familiensituation am Anfang bin ich stärker geworden.

Mein Abschied ist mir natürlich sehr schwer gefallen. Allerdings war es auch ein schönes Gefühl zu sehen, dass auch ich in dem Jahr vielen Leuten ans Herz gewachsen bin und ihnen fehlen werde.

Ich werde alle so sehr vermissen, mein ganzes Leben in Mexiko. Und auch das Spanisch sprechen wird mir fehlen, welches mir außerdem die Welt komplett neuer Musikrichtungen eröffnet hat. Die entspannte und positive Lebensart, etc.

All meine tollen Erfahrungen lassen sich einfach nicht beschreiben. Aber eins steht fest, ich werde möglichst bald nach Mexiko zurückkehren!

Jetzt bleibt mir nur, noch einmal Ihnen für alles zu Danken: DANKE, DANKE, DANKE !!!

Und einen Satz kann ich komplett bestätigen: Ein Auslandsjahr ist kein Jahr deines Lebens, es ist ein Leben in einem Jahr.

¡Muchísimas gracias por todo!

Saludos,

Fanny

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