USA – 1. Bericht von Frederic

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:2018-2019 / USA
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Sehr geehrte Rotarier, liebe Leser(-innen),

jetzt sind bereits fast 7 Wochen seit meiner Ankunft vergangen, und es waren 7 erlebnisreiche und spannende Wochen. Auf meinem ersten Flug von Frankfurt nach Chicago war ich mit zwei anderen Austauschschülern unterwegs. Der Rest der Reise bestand zuletzt größtenteils aus warten und einem kurzen Flug nach St.Louis. Dort wurde herzlich von meinem Counselor, meiner Inbound Coordinatorin, meinem Youth Exchange Officer und anderen Club-Mitgliedern empfangen. Meine Gastfamilie war zu diesem Zeitpunkt noch nicht da, weshalb ich die ersten zwei Nächte bei meinem YE-Officer wohnte.

Und dann war ich endlich da, im mittleren Westen, in Illinois, im „Land of Lincoln“!

Ich wohne in O‘Fallon, einer Kleinstadt, die größtenteils von der nahe gelegenen Airforce-Base lebt. Viele Menschen arbeiten dort oder haben dort gearbeitet, wie z.B. mein Counselor, der Pilot war und u.a. in Deutschland gelebt hat. Generell haben viele Einwohner und auch Schüler bereits in Deutschland gewohnt, wovon jedoch fast niemand Deutsch spricht, da sie meistens englischsprachige Schulen besucht haben.

Mein erster Tag bestand größtenteils aus schlafen, in der Stadt herumfahren und mein erstes RC-meeting mit einem sehr spannenden Vortrag zu besuchen.

Am folgenden Tag begann bereits die Highschool, die mit ca. 2000 Schülern ziemlich groß ist. Das Schulgebäude gleicht einem großen Labyrinth, was zu Beginn ein wenig schwierig war, ich musste mich ab und zu mit einer Karte orientieren. Die Schule unterscheidet sich meiner Meinung nach in vielen Punkten zu einer deutschen Schule. Es gibt ID-cards für jeden Schüler, Sicherheitspersonal, nur eine, dafür etwas längere, Pause und einige andere Sachen. Nach wenigen Wochen war das aber bereits der normale Alltag. Eindeutig ausgeprägter sind hier außerschulische Aktivitäten. Meistens gibt es Clubs, ich bin zum Beispiel im Deutsch-club, Art-club, Bass-fishing (das ist hauptsächlich Angeln) und im Interact club (von denen gibt es meistens an jeder Schule einen). Ab dem Frühling werde ich zusätzlich Tennis im Schulteam spielen.

Gleichzeitig mit dem ersten Schultag zog ich zu meiner Gastfamilie, mit der ich sehr gut zurecht komme. Wir unternehmen viel zusammen, zum Beispiel sind wir einmal ins Kino gegangen und mit meinem gleichaltrigen Gastbruder spiele ich gerne Tennis (kaum zu glauben, aber es gibt kostenlose und öffentliche Tennisplätze!). Da ich nur 5 Minuten von der Schule entfernt wohne, kann ich fast immer zusammen mit meinem Gastbruder Fahrrad fahren. Es ist ein wenig Eigenartig, da der Großteil der Schüler entweder mit dem eigenen Auto oder dem Schulbus ankommt. Etwas nervig waren zu Beginn die Klimaanlagen, die Amerikaner meiner Ansicht nach viel zu kalt einstellen. Als problematisch stellte sich auch der Versuch heraus, mit dem Fahrrad den nahe gelegenen Supermarkt zu erreichen. Da normalerweise jeder ein Auto hat, gibt es wenige öffentliche Verkehrsmittel, dafür ist alles auf Autos ausgerichtet (es gibt sogar Drive-thru Geldautomaten). Aus diesem Grund gab es keinen wirklichen Fahrradweg. Auf dem Hinweg musste ich erst über eine Wiese fahren und auf dem Rückweg über verschiedenste Parkplätze, um nicht die Schnellstraße benutzen zu müssen.

Obwohl mein Gastdistrikt ähnlich groß wie der D1880 ist, sind wir zusammen nur 8 Austauschschüler. Das macht es natürlich einfacher, Treffen oder Wochenenden zu organisieren, da man flexibler ist. Aus diesem Grund unternehme wir alle 4 Wochen etwas zusammen. Dafür bin ich sehr dankbar, da es eine gute Möglichkeit ist, die anderen Austauschschüler sehr gut kennen zu lernen und damit Personen zu finden, die in einer ähnlichen Situation mit ähnlichen Problemen sind. Bei den Wochenenden dabei sind auch immer der Distrikt Chair, unsere Inbound Koordinatorin und unterschiedliche Rotarier, die alle sehr nett sind und mit denen ich sehr gut zurecht komme. Die Wochenenden sind außerdem so gestaltet, uns (den Austauschschülern) die Umgebung, Sehenswürdigkeiten, Städte, usw. zu zeigen. Das erste Wochenende fand bereits 2 Wochen nach meiner Ankunft statt. Zusammen ging es nach Kentucky. Nach einer längeren Fahrt kamen wir am wunderschönen Kentucky Lake an. Ein Rotarier aus unserem Distrikt hat dort ein Seehaus, in dem wir für das Wochenende wohnten. Neben sehr gutem amerikanischen Essen gab es einige Informationen und eine Bootsfahrt mit Tubing auf dem See, was alles ziemlich viel Spaß gemacht hat.

Zum zweiten Wochenende waren wir ganz in der Nähe, in St. Louis. Dort haben wir u.a. den Arch (einen überdimensionalen Stahlbogen), die Cahokia Mounds (riesige Erdhügel geschaffen von Indianern, die dort lebten) und ein Straßenfest für Kinder, organisiert von einem Rotary Club aus der Heimatstadt meines Distrikt Chairs, besucht. Auf die Reise mit dem Zug nach Chicago freue ich mich schon besonders!

Gleich zu Beginn des Schuljahres wurde ich von einigen Schülern zu einem „American Football-game“ eingeladen. Für mich war das besonders beeindruckend, da es solche Sportveranstaltungen, zu denen ein Großteil der Schule geht, in Deutschland normalerweise nicht gibt. Dass das Spiel nur zu einem kleinen Teil die ganze Veranstaltung ausmacht, wurde mir mehrmals gesagt und das habe ich auch schnell gemerkt. Nicht nur, dass die Marching band spielt (die an meiner Schule besonders gut ist), sondern vor allem die gute Stimmung und die vielen Leute machen das Ganze aus. Die meisten Schüler kommen eher aus diesen Gründen und um Freunde zu treffen, was auch eine gute Gelegenheit ist, viele neue Freunde zu finden.

Generell fand ich es nicht allzu schwer, Freunde kennen zu lernen, da man als Austauschschüler oft angesprochen wird und schon alleine deshalb interessant ist, weil man aus einem anderen Land kommt. Sich anzupassen und einzuleben dauerte zwar einige Zeit, viel mir aber nicht allzu schwer, da Lebensweise und auch die Mentalität der Amerikaner zwar anders und neu, aber nicht komplett unbekannt ist.

Ich bin sehr zufrieden und wahnsinnig dankbar, hier sein zu können und zu dürfen. Danke!!!

Schreibe einen Kommentar