Mexiko – 1. Bericht von Johanna

Meine Reise hat am 3. August in Frankfurt am Main begonnen. Ich wusste, dass ich mit einem anderen deutschen Mädchen zusammen fliegen würde. Ich hatte sie zuvor schon auf der Botschaft in Berlin getroffen und mit ihr geschrieben. Wir hatten uns gleich ganz gut verstanden und nachdem wir uns von unseren Familien verabschiedet hatten, sind wir zusammen durch die Sicherheitskontrollen gegangen. Das ging bei mir sehr schnell, Anne Sophie wurde immer doppelt und dreifach durchgecheckt. Als wir dann endlich im Flugzeug saßen, wurde uns verkündet, dass im Flugzeug der falsche Druck ist (hat man auch gemerkt). Da mussten wir dann erstmal 1 ½ Stunden warten. Wir waren schon ganz aufgeregt, weil wir in Atlanta nur 3 Stunden hatten. Dann sind wir endlich losgeflogen. Es gab sehr gutes Essen im Flugzeug und ich habe ein paar Bilder gemacht, geschlafen, Film geguckt und gelesen. Es war der erste Flug in meinem Leben und somit total besonders für mich und ich habe mich wie in einer anderen Welt gefühlt. In Atlanta haben wir dann ziemlich lange für die Einreisekontrolle gebraucht. Wir haben schon gerätselt was wir machen, wenn wir den Flug verpassen. Wir sind dann auch schon an den Schalter für Umbuchungen gegangen, wo wir deutsche Rotarier getroffen haben, die noch nie was vom Jugendaustausch für 1 Jahr gehört hatten. Die Dame am Schalter hat uns dann gesagt, dass unser Anschlussflug auch Verspätung hat und wir ihn noch schaffen, wenn wir uns beeilen. Gesagt, getan, wir sind durch den Flughafen in Atlanta gerannt und haben unser Flugzeug dann mit viel Glück bekommen. Nach einem kurzen Flug sind wir dann in Monterrey angekommen. Ich muss sagen, dass mein 1. Flug ziemlich cool und nicht so kompliziert war wie ich vorher dachte, man wartet zwar viel und rennt durch die Gegend, aber Fliegen ist erstaunlich schön. Als ich dann in Monterrey, meiner Stadt angekommen bin, hat mich meine Familie erstmal willkommen geheißen. Sie waren sehr nett und haben Bilder mit mir gemacht und mir einen Sombrero geschenkt, dann sind wir Tacos essen gegangen. Ich war sofort fasziniert von der Stadt und bin es immer noch, Monterrey bzw San Pedro ist meiner Meinung nach wunderschön. Ich habe meinen ersten Monat in San Pedro Garza Garcia gelebt, dann ist meine Familie mit mir umgezogen. Es war der erste Umzug in meinem Leben. Jetzt lebe ich mit meiner Familie in El Uro, wo ich mich viel besser fühle, ich kann sogar zum Oxxo laufen und wohne viel näher an der Schule und meine ganzen Freunde wohnen auch hier.

Zu meiner Familie gehören meine Eltern, Geraldina und Enrique, Amalia ist im Sommer aus Deutschland zurückgekehrt und geht auf die Prepa, Andrea war vor ein paar Jahren in Taiwan und Anna in Belgien, sie studieren auf der gleichen Universität (auf der auch mein Vater als Professor tätig ist). Die älteste Schwester, Maria, ist vor ein paar Wochen in die USA gegangen um dort etwas zu studieren und Regina ist mit Rotary in Dänemark. Wir haben auch noch eine Hündin, sie reißt oft aus und hält damit die Familie auf Trab. Mit meinen Schwestern verstehe ich mich generell gut, jedoch weiß ich nicht richtig wie ich eine meiner Gastschwestern einschätzen soll, da sie manchmal nicht so wirklich nett zu mir ist und dann übertrieben freundlich. Das ist jedoch kein so großes Problem für mich.

Ich war sehr aufgeregt als ich dann meinen 1. Schultag hatte.

Meine Schule heißt Prepa Udem Valle Alto und ist sehr schön. Sie ist in einem Waldgebiet und hat einen Fluss und Holzhäuser, die an ein Feriencamp erinnern. Die Leute waren von Anfang an alle sehr freundlich und ich habe immer jemanden zum Reden oder jemanden, der mir hilft. Ich hab jedes Fach mit einer anderen Klasse und alle meine Fächer sind auf Spanisch. Wenn die Lehrer sprechen verstehe ich nicht so viel, aber ich kann alle Aufgaben mitmachen. Die Lehrer sind auch alle sehr, sehr freundlich. Ich habe hier auch Fußball, es macht mir wirklich Spaß. In Deutschland habe ich nie wirklich Fußball gespielt. Jeden Freitag und Dienstag fahren wir mit dem Bus zur Universität. Die Busfahrten sind immer sehr abenteuerlich, weil die Busfahrer manchmal falsch fahren. In der Universität habe ich Spanisch und eine Stunde mit den anderen Austauschschülern zusammen, wo wir etwas über Mexiko oder über unsere Länder lernen. Wir sind in meiner Schule 5 Austauschschüler. Lorenz aus Deutschland, Perrine aus Frankreich, Amy aus Taiwan, Milena aus Brasilien und ich. In der Universität treffen wir dann immer noch Jenni aus Finnland, Folk aus Thailand, Greg und Nathalia aus Brasilien und Anne Sophie aus Deutschland. Ich verstehe mich mit allen gut und wir machen auch in der Freizeit auch viele Dinge zusammen. Unsere Gasteltern handeln hier nach der Devise: Du darfst gehen, wenn ein anderer Austauschschüler dabei ist. Das finde ich nicht so gut, da es so schwieriger ist mexikanische Freunde zu finden. Wir machen so mehr mit den anderen Austauschschülern, weil es für die Eltern einfacher ist.

Ich vermisse wirklich meine deutsche Freiheit oder einfach mal irgendwohin zu laufen. Wir benutzen hier eigentlich immer das Auto. Wir dürfen hier nicht auf Konzerte und nur bei rotarischen Familien übernachten, das finde ich sehr schade, weil ich Musik wirklich sehr mag. Ansonsten vermisse ich Mischbrot und Wasser mit Kohlensäure, was zwar hier existiert, aber fast niemand trinkt es. Mein Counselor heißt Daniel und ist sympathisch. Ich war einmal in seinem Haus und bin mit ihm zu einem Clubmeeting gegangen. Viele Austauschschüler hier kennen immer noch nicht ihren Counselor.

Ich hatte auch schon eine Orientation. Sie war lustig, aber viel weniger strukturiert als in Deutschland und wir haben sehr viel gewartet, wir hatten somit mehr Zeit für uns, aber wirklich wichtige Dinge wurden nur kurz angesprochen. Ich habe sehr viele interessante Leute kennengelernt und wir sind sehr viele Deutsche hier. Leider haben wir nur eine Orientation. Die erste Reise ist Anfang Dezember, diese werde ich auf jeden Fall machen. Wir werden interessante Städte in der Mitte von Mexiko besuchen. Meine Familie liebt Reisen sehr, mit ihnen werde ich an Weihnachten nach Cancun fliegen. Ich war mit ihnen auch schon in San Luis Potosi, wo wir ihren 25. Hochzeitstag gefeiert haben.

Da ich hier im 5. Semester bin, also im letzten Schuljahr, gibt es im Juli einen Ball und während des Schuljahres verschiedene Aktivitäten. Dort werde ich auf jeden Fall hingehen. Ich hab hier auch noch andere Dinge erlebt: ich hab ein Fußballspiel besucht, habe schon total viele leckere Sachen gegessen und mit zubereitet, hab ärmere Leute kennengelernt und gesehen wie diese leben, hab mir ein neues Handy gekauft, war Schlittschuh fahren, habe eine Stadtrundfahrt gemacht, war 3 mal im Kino, war auf einer 1. Kommunion und vieles mehr. Als Tipp kann ich auf jeden Fall geben, falls ihr mal nach Mexiko kommt, nicht zu viel Mais essen! Das endet auf der Toilette. Auch nicht sagen, dass ihr jemanden mögt (me gusta …), das heißt, ihr habt mehr als nur freundschaftliche Gefühle.

Mir geht es sehr gut und die Leute in Mexiko sind sehr freundlich und ich hab Spaß und lerne viele interessante Sachen kennen, ich bin meistens sehr beschäftigt und jeden Tag passiert irgendwas Witziges. Ich hoffe, dass ich noch viel mehr Dinge erlebe und Mexiko von seiner besten Seite kennen lerne!

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