USA – 1. Bericht von Nicole

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Mein erster Flug ging ab Dresden 9 Uhr morgens, was heißt, dass ich sehr zeitig aufstehen musste. Meine Familie hat mich an diesem Morgen zum Flughafen begleitet und trotz des Abschieds habe ich nicht wirklich realisiert, dass es wirklich losgeht. Der Flug nach Zürich war sehr entspannt. Ich habe mich viel mit meiner Sitznachbarin unterhalten, weshalb der Flug wie im Flug verging. In Zürich konnte ich glücklicherweise endlich meine Sitzplatzreservierung für den zweiten Flug ändern, so dass ich am Fenster sitzen konnte und vielleicht etwas Schlaf bekomme. Das mit dem Schlaf wurde dann leider doch nichts, was sofern heißt: 13 Stunden Sitzen ohne Schlaf! Glücklicherweise hatte ich wieder einen sehr netten Sitznachbarn, welcher mir auch half, die Papiere für den Zoll auszufüllen. Die restliche Zeit habe ich Filme geschaut, gelesen oder gegessen (PS: Mit dem Veggie-Menü bekommt man mehr zu essen). In San Francisco gelandet, war ich nun schon seit fast 22 Stunden wach und extrem verpeilt, sodass ich die Hälfte meiner Englischkenntnisse vergas und alles doppelt oder öfter

nachgefragt habe, um zu verstehen, was ich machen muss. Dabei ist mir was sehr Peinliches passiert – ich wusste den Unterscheid zwischen „How“ und „Who“ nicht mehr und habe auf die Frage „How are You?“ des Police-Offiziers mit meinem Namen geantwortet…. 

Trotzdem hat er mich in die USA einreisen lassen, was mich heute noch wundert, da ich mich – rückblickend gesehen – total merkwürdig verhalten habe. Den letzten Flug habe ich hauptsächlich damit verbracht, aus dem Fenster zu schauen und den Sonnenuntergang zu genießen.

Dann endlich, nach mehr als 24 Stunden Reisen, wurde ich von meiner Gast-Familie, einer Freundin der Familie, einer anderen Rotary-Austauschschülerin und ihrer Gastmutter am Flughafen abgeholt. Ich war aber auch hier noch total verpeilt, so dass ich nicht gerafft habe, dass das große blonde Mädchen, welche nicht aussah wie alle

anderen, eine Austauschschülerin ist. Auf dem Weg in mein neues Zuhause habe ich erstmal eine Stunde geschlafen. Dort angekommen, wurde mir das ganze Haus gezeigt, danach habe ich mich in mein Bett gelegt und (endlich!) geschlafen. Am nächsten Morgen wurde ich dann gleich in das Familienleben eingebunden, was auch

immer noch so ist. Richtig angekommen bin ich, für mich persönlich, erst nach 3 Tagen als ich realisiert habe, dass ich meine Familie tatsächlich für ein Jahr verlassen habe. Ich habe den ganzen Vormittag geweint – für mich in dem Moment völlig grundlos, da hier alle so toll und alles so neu war. In dem Moment war ich sehr glücklich über die Hunde im Haus, die mich, wie auch meine Freunde zuhause, getröstet haben. Bis meine Gastschwester mich aus meinem Sturz in die Traurigkeit aufgefangen hat und mich zum Welt-Markt mitgenommen hat. Dort gibt es Milka, Kinderriegel und Haribo, was mich an Zuhause erinnert hat und mir hier wie ein Stück Heimat vorkommt. Nein, ich ernähre mich nicht nur davon. Gleich in meinen ersten 3 Tagen habe ich mehr neues Essen

probiert, als das gesamte Jahr davor. Es hat sich definitiv gelohnt!

Nach dem ich bei meiner Ankunft der englischen Sprache nicht mehr würdig war, hatte ich ab dem nächsten Tag nicht mehr so große Probleme. Klar weiß ich nicht jedes Wort, aber wofür gibt es Hände und Füße und im Notfall„google translate“.

In der Schule ist es auch richtig gut. Ich habe bereits liebe Freunde gefunden und meine Klassen sind auch sehr einfach. Mir ist aber auch klar, dass ich sehr einfache Klassen habe und AP-Klassen viel schwerer sind. Meine Lehrer sind super nett und in meinen Augen mehr eine Art Freund als der klassische Lehrer, wie ich es von Deutschland gewöhnt bin. Am Anfang hatte ich es schwer, mich in eine Gruppe eizubringen. Mittlerweile hat sich das geändert und wir machen viel in der Schule. Nach der Schule ist das etwas schwerer, da man in der Hitze nirgends hin laufen kann, ist man sehr vom Auto abhängig. Wodurch ich immer jemanden brauche, der michfahren kann…. Das regt mich ein wenig auf, aber ich beginne mich daran zu gewöhnen.

Bis zum Nächsten mal, wenn ich von mir aus Kalifornien Hören lasse,bis dahin.

Nicole Gruhle

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