Kolumbien – 4. Bericht von Anton

Es stimmt mich traurig, zurückzudenken an das, was ich in Chile erleben durfte und was jetzt vorbei ist. Es war ein Jahr voller Emotionen. Eine Achterbahn voller Emotionen: Mal war man traurig, mal war man glücklich. Dieses Jahr ein außergewöhnliches, es war ein Jahr voller Überraschungen. Ich hätte nie gedacht, dass ich eine Sprache lernen kann innerhalb von 4 Monate. In Chile fand ich Freunde fürs Leben und meine drei Gastfamilien waren super nett. Ich durfte auf zwei Reisen die unterschiedlichsten Landschaften Chiles erkunden. Ich lernte eine Kultur kennen 12.000 km fern ab von meiner Heimat auf einem anderen Kontinent, auf der anderen Erdhalbkugel. All das ist nur ein Teil meiner großartigen Erfahrungen, die ich dort gemacht habe. Hier in Deutschland war mein Tagesablauf absolute Routine. Ich stand auf, ging zur Schule, ging nach Hause usw. – oft auch langweilig, doch in Chile begann mein Tag mit der Vorfreude auf das, was ich heute erleben darf. Es gab keinen Tag, keine Minute, in der ich nichts dazu gelernt habe, sei es einfach nur die Sprache oder ein neues Gericht. Die verschiedensten Dinge machten mich glücklich z.B. sich mit Freunden im Park zu treffen oder nur auf Spanisch mit seinem Gastbruder zu reden und ihn verstehen zu können.

Eine großartige Erfahrung folgte auf die nächste, aber es gab auch Tage, an denen man nicht so gut drauf war. An diesen Tagen besann ich mich auf das, was ich erlebt habe und reflektierte es. Und schon freute ich mich wieder auf das nächste Abenteuer. Ich wurde in Gemeinschaften aufgenommen und wurde ein Teil der chilenischen Community. In den sieben Monaten, die ich dort sein durfte, knüpfte ich tolle Freundschaften, aber nicht nur mit den Menschen in Chile, sondern mit Menschen auf der ganzen Welt und von verschiedenen Kontinenten. 

Leider ging es aufgrund der Corona-Maßnahmen gegen Ende nur noch zäh voran. Die Tage wurden länger. Man konnte sich nicht mehr treffen. Alles nur noch digital. Und trotzdem machte man das Beste daraus. Ich kochte mit meiner Familie. Wir schauten Filme gemeinsam. Wir gingen im Condominio spazieren und genossen das Leben im Garten. Auch wenn ich dieses Jahr früher durch Corona beendet musste, bin ich absolut dankbar für das, was mir dieses Jahr gebracht hat. Da sich die Situation in Südamerika inzwischen drastisch verschlechtert hat und mittlerweile auch Chile zum Corona Hotspot gehört, war meine Rückkehr die einzig richtige Entscheidung. Mein Herz ist aber immer noch in Chile und das Ankommen fällt mir schwer, weil ich auch hier nur wenig zu tun habe. Mein Ziel ist es, in zwei Jahren nach meinem Abitur wieder nach Chile zu fahren.  

Ich möchte nochmal allen danken, die mir dieses Jahr ermöglicht haben und mir während des Jahres zu Seite standen. Ich bedanke mich auch bei den Rotexern, die mich perfekt auf dieses Jahr vorbereitet haben. Danke auch an den Rotary Club Nürnberg-Kaiserburg, dem ich sehr dankbar bin für diese Chance. 

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