USA – 1. Bericht von Anne

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09.September 2018

Genau vier Wochen ist es jetzt her, dass ich von meiner Gastfamilie am Flughafen in Denver abgeholt wurde, doch es kommt mir so vor, als wäre es erst gestern gewesen. So viel ist passiert in den letzten Wochen, dass ich gar keine Zeit hatte, groß darüber nachzudenken. Ich wurde so herzlich empfangen und meine Gastfamilie hat sich sichtlich über meine Ankunft gefreut, wodurch ich mich hier gleich wohl gefühlt und komplett vergessen habe Jetlag zu bekommen. ?

Das erste was mir auffiel war, dass in den USA grundsätzlich alles größer ist, als in Deutschland. Größere Autos, größere Straßen, größere Supermärkte mit größeren Einkaufswagen und größere Massen an Plastiktüten. Daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen…

Nachdem ich anderthalb Tage zur Eingewöhnung und zum Kennenlernen meiner Gastfamilie hatte, musste ich auch schon in die Schule. Ich wurde von meinem Councelor gefragt, was ich gerne für Fächer hätte und schon wurde mein Stundenplan erstellt und ich konnte am selben Tag noch zum Unterricht gehen. Das war eine sehr unangenehme Situation für mich, da ich ja niemanden kannte. Also stand ich in der Cafeteria und muss ein bisschen verloren ausgesehen haben, da ich prompt von einer Schülerin angequatscht wurde. Später stellte sich sogar heraus, dass wir zwei Fächer zusammen haben. Diese Schülerin gehört mittlerweile zu meinen besten Freuden hier!

Dem Unterricht kann ich einigermaßen gut folgen, auch wenn es manchmal ein paar sprachliche Probleme gibt. Aber ich denke daran werde ich mich bald gewöhnt haben. Zum Glück ist der Unterrichtsstoff hier ein bisschen leichter als in Deutschland, so kann ich mich besser auf das Freundschaften schließen konzentrieren. ?

Eine meiner besten Entscheidungen war es, in den Schulchor zu gehen. Dort konnte ich sehr schnell Freunde finden, da wir in der zweiten Schulwoche schon gleich eine zweitägige Chorfreizeit in den Rocky Mountains hatten.

In meiner ersten Woche hier hatte ich leider ein bisschen Heimweh, da ich realisiert habe, dass ich meinen Eltern in Deutschland nicht alles aus meinem Leben haarklein mitteilen kann (auch wenn ich es wollte), aber das hat sich schnell gelegt, da ich von meiner Familie und der Schule hier genug abgelenkt wurde.

Neben den zahlreichen schulischen Aktivitäten habe ich auch relativ viel mit meiner Gastfamilie unternommen. Wir waren u.a. schon bei einem American Football Spiel der Denver Broncos (mein Gastvater ist ein großer Fan) und mit meiner Gastmutter war ich auf einem richtig tollen Festival in Downtown Denver.

Zudem habe ich auch noch die anderen Inbounds in meinem Distrikt kennengelernt. Schon bei unserem ersten Treffen, dem Welcome BBQ, war er so, als würden wir uns schon ewig kennen. Wir sind wirklich eine tolle internationale Truppe und ich kann es kaum erwarten das Jahr mit ihnen zu verbringen!

Da in Deutschland ja bald Oktoberfest ist, entschieden sich meine Gasteltern dazu eine eigene Oktoberfest-Party für mich zu schmeißen. Ich konnte alle meine neuen Schulfreunde einladen, die anderen Austauschschüler und deren Gasteltern und ein paar Rotarier waren auch anwesend. Die Party war ein voller Erfolg und ich bin froh, eine so tolle Gastfamilie bekommen zu haben. ?

Abschließend will ich noch eher unglückliches Ereignis meines Aufenthalts schildern. Es passierte in meiner zweiten Woche. Ich war gerade dabei, den Müll rauszubringen, als ich stolperte und mir das linke Bein verdrehte. In dieser Situation hätte ich mir am liebsten meine richtigen Eltern herbeigewünscht, aber meine Gasteltern haben sich toll um mich gekümmert und auch einen Arzttermin für mich vereinbart. Ich konnte zwar anderthalb Wochen keinen Sport machen und hatte ein wenig Schmerzen, aber dafür habe ich während meiner kleinen Physiotherapie andere nette Leute und vor allem ganz viel medizinisches Vokabular (kennen-)gelernt.

Alles in allem waren meine ersten vier Wochen hier dennoch erlebnisreich und unglaublich schön und ich will noch gar nicht daran denken, dass diese Zeit irgendwann vorbei sein wird.

Danke Rotary, dass ich hier sein darf!!

Liebe Grüße aus Colorado,

Anne

Mehr Berichte von meinen Erlebnissen hier gibt es in Videoform auf meinen Blog https://littleanneinthewholewideworld.com/

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