USA – 1. Bericht von Nicholas

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Ich bin nun schon seit dem 11. August hier in den USA, in Springfield Township, einem der Vororte von Philadelphia und ich kann nur sagen, dass ich uebergluecklich bin, mich fuer dieses Auslandsjahr entschieden zu haben. Bei dieser Gelegenheit moecht ich mich bei allen Beteiligten, die mir diesen Austausch moeglich gemacht haben, bei dem Rotary Club Blaues Wunder Dresden, bei Herrn Burschyk, bei Herrn Grimm und bei allen Anderen, die ich jetzt nicht genannt habe, sehr sehr herzlich bedanken.

Nun aber zu meinem Bericht.
Es gibt so viel zu schreiben, dass ich gar nicht weiss, wo und wie ich anfangen und in welcher Reihenfolge ich alles erzaeheln soll. Naja gut, ich werde es versuchen.
Wie schon gesagt, ich bin schon seit Mitte August hier. Meinen Flug musste ich alleine ueberstehenJ, da ich vier Tage eher als alle anderen USA- Austauschschueler abgeflogen bin, um rechtzeitig zum Trainingsbeginn fuer das Fussballteam anwesend zu sein. In Philadelpia, nach achtstuendigem Flug angekommen, wurde ich von meinen Gasteltern abgeholt.

Gleich am naechsten Tag hatte ich ein Picknick fuer alle amerikanischen Rebounds, die das letzte Jahr in einem anderen Land als Austauschschueler verbracht haben. Das war sehr lustig und es war auch ein Maedchen da, das in der Schweiz fuer ein Jahr war. Ich haette nie gedacht, dass man Schweizer- deutsch lernen kann und perfekt sprechen kann, ohne deutsch sprechen zu koennen. An diesem Tag habe ich auch meinen Counselor getroffen. Ich hatte mit ihr schon in Deutschland richtig guten Emailkontakt, aber ich haette mir nie vorstellen koennen, dass ich je ein so gutes Verhaeltnis zu ihr haben wuerde. Gleich bei unserer ersten Begegnung hat sie mich ersteinmal umarmt.

Mein zweiter Tag begann mit meinem ersten amerikanischen Fussballtraining. Ich war richtig aufgeregt, in dieses komplett neue Umfeld mit doch recht bescheidenen Sprachkenntnissen zu kommen Aber ich kann nur sagen, dass die Jungs es mir sehr leicht gemacht haben, ins Team reinzuwachsen und mittlerweile kann ich es mir schon kaum noch vorstellen, ohne das taegliche zweieinhalb stuendige Fussballtraining und ohne das Team hier su sein. Es wird richtig traurig sein, wenn die Saison naechsten Mittwoch zu ende ist und somit das Team aufgeloest wird.
Es war echt ein riesiger Vorteil, dass ich schon zwei Wochenn vor Schulbeginn hier angekommen bin und am soccer preseason practice teilgenommen habe, da ich am Schulbeginn dann schon eine Menge Leute kannte und schon gute Kontakte knuepfen konnte.

Am vierten Tag dann, habe ich meine Gastgeschwister kennengelernt. Lindsay (20), Reece(18), Lauren(16) und Meg (9). Sie sind richtig super und ich bin froh, dass ich in dieser Familie gelandet bin, da ich mich mittlerweile fast wie zu Hause fuehle. Mit Reece habe ich in den letzten Ferienwochen richtig viel Spass gehabt. Er hat mich einfach ueberall mitgenommen. Ich war mit ihm water skiing und habe viele andere lustige Dinge gemacht.
Schade ist nur, dass er und Lindsay nicht mehr zu Hause sind (Reece ist auf dem College und Lindsay studiert in Rom). Also bleiben mir nur noch Lauren und Meg, aber unser Verhaeltniss ist echt sehr, sehr gut und wir sind die besten Freunde.

Was kommt nach den Ferien? Schule! Ich habe mich hier richtig drauf gefreut, weil ich dann meine Kontakte und Bekanntschaften vom soccer team auf die ganze Schule ausweiten kann. Ich gehe hier auf eine recht kleine Schule (8oo Schueler) und deswegen war ich hier sofort die Sensation. Schuelerzeitung, Schulradio und -fernsehen haben sich nur so auf mich gestuerzt. Wenn ich in der Pause ueber den Gang laufe, dann hoert man von allen Seiten “Nick”, “Nicholas” und “Germany” (ist mein Spitzname im soccer team) Gerufe. Das ist schon ein schoenes Gefuehl. Abgesehen davon ist Schule hier ganz anders als in Deutschland. Man hat das Jahr in zwei Semester eingeteilt. Im ersten Semester hat man jeden Tag die gleichen vier Faecher und im naechsten Semester kann man dann seine Faecher wechseln. Ich habe Algebra, Latein, Study Hall und US History und bin mit meiner Faecherwahl sehr zufrieden. Nach der Schule habe ich dann jeden Tag zweieinhalb Stunden soccer practice und ich bin sehr gluecklich darueber meinen taeglichen Sport zu haben, da das Essen hier schon sehr viel anders von dem deutschen ist. Man isst viel mehr fast food, extrem viel Fleisch, und wenn Fleisch, dann normalerweise Chicken or Turkey und man benutzt die Mikrowelle unglaublich oft.

Zu den Leuten hier kann man sagen, dass sie einfach (in den meisten Faellen) unglaublich easy going sind und man ist hier sehr aufgeschlossen und freundlich.
Was ich hier wirklich liebe ist wie man hier mit Sport umgeht. Jede Schule hat hier ein grosses Sport Areal. Nach dem unterricht geht ein Grossteil der Schuler zum Training. Und wenn ein Spiel ansteht, dann wird es im Schulradion verkuendet, die Spielergebnisse werden verkuendet und es ist ein richtiges Event wenn man ein Heimspiel hat. Fuer die Spieler, aber auch fuer die Leute, die einfach nur zum Spiel kommen, um die Spieler der eigenen Schule zu unterstuetzen. Dadurch kommt ein richtiger Zusammenhalt und ein Identitaetsgefuehl mit der eigenen Schule zustande. Was hier auch sehr anders ist, ist wie man mit Patriotissmus umgeht. Man sieht hier ueberall Amerika Fahnen. In Wohnzimmern, an fast jeder Haustuere, In jedem Klassensimmer, im Einkaufszentrum… Einfach ueberall. Jeden Morgen wird vor dem Unterricht aufgestanden und zur Fahne geschworen und vor jeden Sportsevent wird die Nationalhymne gesungen.

Die Zeit rast hier einfach nur unglaublich schnell vorbei. Schon in anderthalb Monaten werde ich meine Familie wechseln. Das wird aber kein Problem sein, da ich schon eine Woche bei dieser Familie gelebt habe, waehrend meine aktuelle Familie in Urlaub war. Diese Familie hat wieder vier Kinder und ich bin mir hundertprozentig sicher, dass es mir bei ihnen auch sehr gut gehen wird.

An den Rotary meetings nehme ich hier aller zwei Wochen teil, da es waehrend der Schule ist. Ich hatte schon meine erste exhcnage student orientation und es war einfach nur perfect. Ich freue mich schon, alle 20 Leute aus der ganzen Welt naechste Woche wiederzusehen.

Fuer meine naechste Zeit hier hoffe ich, dass es einfach nur so laeuft wie bisher, dass ich weiterhin so unglaublich viel Spass haben werde (wo ich mir ziemlich sicher bin), dass ich die letzten sprachlichen Probleme, die mittlerweile taeglich kleiner werden, ueberwinde und dass die Zeit nicht so unglaublich schnell vergeht, wie die ersten zwei Monate.

Die allerbesten Gruesse nach Deutschland,
Nicholas Minkner, den 13.10. 2007

by Nicholas Minkner

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