Brasilien – 1. Bericht von Sebastian

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Quartalsbericht von Sebastian Brendel.
Bauru im Bundesstaat  São Paulo (Distrikt 4510), Brasilien. Am 18.10.2011.

Im folgenden Text möchte ich meine bisherigen Erlebnisse und meine aktuelle Lage schildern. Ich wohne jetzt schon seit meiner Ankunft am 06.08. bei meiner Gastfamilie namens Ciola in Bauru. Schon 2 Tage nach meiner Ankunft bin ich das erste mal in die Schule gegangen.

Meine Schule ist eine Privatschule und ich habe 30 Mitschüler. Für die erste Zeit gehe ich nur Vormittags in die Schule, also von 7 Uhr bis 12.30 Uhr. In der gesamten Zeit habe ich nur 20 Minuten Pause. Meine Mitschüler und Lehrer sind alle sehr nett und alle verstehen Spaß. Die meisten in meiner Klasse sprechen Englisch aber so gut wie kein Lehrer. Bis heute kann ich fast nichts im Unterricht verstehen. Das Verhältnis hier von Schüler zu Lehrer ist sagenhaft. Jeder Lehrer macht Witze, versteht Spaß und alle Schüler können sie beim Vornamen nennen, manchmal sogar beim Spitznamen. Bei einigen Lehrer wird spontan angefangen zu singen und sogar manchmal zu tanzen. Für mich ist es ein großer Unterschied zur deutschen Schule. Ich habe schon viele Freunde in der Schule gefunden, was auch nicht wirklich schwer war, denn als Neuling wird man von jedem hier in seinen Freundeskreis einbezogen und ständig (ich fast jedes Wochenende) bekommt man Einladungen zu Grillabenden oder Fußballspielen.
Ich lebe mit meinen 2 Gasteltern und meinem Gastbruder in einem schönen und gemütlichen Haus in der Innenstadt von Bauru. Im Garten haben wir Palmen, verschiedene Obstbäume, 2 Hunde und einen Pool. Mein Gastvater arbeitet bei der Spurensicherung und meine Gastmutter ist Englisch- Lehrerin. Mein Gastbruder ist 19 Jahre alt und wird demnächst anfangen zu studieren. Ich habe noch einen anderen Gastbruder aber der ist jetzt leider in Kanada. Jedes Familienmitglied war schon mehrmals in Deutschland. Einige sprechen sogar deutsch. Alle sind sehr freundlich und nett. Ich habe mein eigenes Zimmer und teile mir das Bad mit meinem Gastbruder. Einmal im Monat fahre ich mit meiner Familie zur Farm der Großeltern. Es ist wunderschön dort. Die Farm ist riesig groß und es gibt die verschiedensten Pflanzen und Tiere da. Schlangen, Jaguar, Spinnen, Salamander, die schönsten Vögel und so viel mehr. Ich gehe immer gern zu Farm. Außerdem war ich mit meiner Gastfamilie in einer Hochzeit am Strand der Küstenstadt Santos. Es war genial. Über 150 Leute sind gekommen und es wurde gesungen und getanzt und jede Menge gegessen. Es ist wirklich unvorstellbar wie viel mache Brasilianer essen können. In Santos war ich das erste mal an der Küste und natürlich auch baden. Am Abend habe ich dann mit meinen Gastbrüder am Strand mit anderen Jugendlichen Fußball gespielt.
Ich hatte für 3 Wochen lang einen portugiesisch Sprachkurs, 3 mal in der Woche. Jedoch habe ich dort nicht sehr viel neue Sachen gelernt. Das meiste wusste ich schon. Das soll allerdings nicht heißen, dass mein Portugiesisch gut ist, denn das ist es nicht. Es bereitet mir so einige Probleme diese neue Sprache zu erlernen, denn es ist wahrlich verwirrend. Hier ein Beispiel: die Brasilianer vermeiden es ja und nein zu sagen. Wenn man zum Beispiel fragt: „Hast du Hunger ?“, dann antworten sie mit: „habe“, nicht mit ja. Aber das habe  kürzen sie auch noch ab, in dem sie nur die letzten 2 Buchstaben sagen. Und das ist bei jeder Frage unterschiedlich denn man verwendet ja unterschiedliche Verben. Außerdem verwenden sie in einem Gespräch sehr selten Personalpronomen. Sie lieben es so viel wie möglich zu kürzen. Aber ich bemühe  mich immer mehr zu verstehen.
Der Rotary Club. Mein Rotary Club ist einer von 5 in Bauru. Zwei Wochen nach meiner Ankunft besuchte ich das erste mal das Rotary Treffen. Ich habe mich kurz auf englisch vorgestellt und habe mit dem Präsidenten die Wimpeln ausgetauscht. Meine Präsentation muss ich auf portugiesisch halten, deswegen werde ich sie wahrscheinlich erst im nächsten Jahr halten. Mein Rotary Club hat etwa 40 Mitglieder, die meisten von ihnen sind  freundlich. Im großen und ganzen unterscheidet sich der Rotay Club hier nicht von meinem in Deutschland. Bisher gab es zwei Rotary Wochenenden mit den Austauschschülern. Das erste Treffen war in Pirapozinho, einer ganz kleinen Stadt, etwa drei Stunden von Bauru entfernt. Es hat richtig Spaß gemacht. Die Austauschschüler aus aller Welt und ich hatten ein riesiges Hotel Areal für uns alleine. Wir hatten acht Pools, Fußballplatz, Poolbar, Seilbahn, Kletterpark und so viel mehr. Wir hatten am ersten Abend ein Meeting in dem wir ein T-shirt bekamen und anschließend gab es eine Disko. Am zweiten Abend, gab es einen traditionellen Tanzabend. Alle mussten sich wie Cowboys anziehen. Hat großen Spaß gemacht. Der zweite Trip war in Brotas, ebenfalls in einem Hotel mit Pool, etc. Wir waren dort in einem Wasser Spaßpark und anschließend machten wir Rafting in einem natürlichen Fluss. Es war wie auch der anderer Trip sehr spaßig.

Also, mir geht es sehr gut hier und alles läuft wie es laufen sollte. Im nächsten Monat werde ich meine Gastfamilie wechseln und außerdem die große Reise in den Amazonas antreten. Ich freue mich schon sehr darauf.
Grüße aus Brasilien.

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