Taiwan – 1. Bericht von Daniel

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Hallo,

Wow, wie soll ich anfangen? Ich denke mein Leben hier ist sehr standartmaessig und sehr positiv bisher gewesen.

Also fangen wir mit dem 19.8.2012 an. Am Flughafen in Taohyuan im Norden von Taiwan angekommen und gleich das erste Problem an der Visakontrolle. Ich habe den Zettel zum Ausfuellen im Flugzeug nicht bekommen. Also nachdem ich endlich den Zettel ausgefuellt hatte und durch die Passkontrolle gekommen bin, waren schon alle weg und nurnoch meine Familie stand da. Aber immerhin haben wir uns so recht schnell gefunden. Wir sind dann anschliessend zu Freunden gefahren und haben dort dann erstmal geredet und ich habe mich gleich eingebunden gefuehllt. Ich fand es sehr erstaunlich, dass mir vom ersten Tag an, mein Leben normal vorkam. Ich hatte nie das Gefuehl ich haette Urlaub bei Freunden, sondern ich hatte immer das Gefuehl, dass ich bei meiner Familie bin und ein normales Leben fuehre. Vielleicht kommt das daher, dass Ich schon vorher alleine In England und Frankreich in der Schule war und somit das nichts neues fuer mich darstellte. Wir haben an diesem Tag noch ein bisschen Hinchu( Im Norden von Taiwan). Die Nacht habe ich dann bei meinem Onkel in Taipeh verbracht, bei dem ich dann auch die naechsten Tage bleiben sollte. Also Ich habe meine Famile in der ersten Woche nur einmal kurz gesehen und die restliche Zeit bei Verwandten und Freunden in Taipeh verbracht.

Die naechsten Tage habe ich also Taipeh angeschaut und mich mit den noetigen Adaptern und Sachen versorgt, die ich nicht mitgenommen hatte. Es war eine angenehme Atmosphaere mit meinen Onkel und ich habe ihn gleich ins Herz geschlossen. Auch Erfreulich war, das wir in einem der besten Hochhaeuser in Taipeh in einer Penthauswohnung gewohnt haben, was fuer angenehmen Komfort gesorgt hat. In dieser Woche habe ich also das National Museum, den Taipeh 101, Taipehs Nachtleben und Essen und Trinken und vor allem die U-Bahn kennengelernt. In der U-Bahn ist dann auch das erstmal eine kulturelle Differenz ins Licht gerueckt. Ich habe aufgrund der hohen Temperaturen naturlich immer etwas zutrinken dabeigehabt und als wir dann das erste Mal U-Bahn gefahren sind wollte ich natuerlich die Wartezeit nutzen um einen Schluck zutrinken. Als Ich dann also die Flasche mit einem schoenem  lauten ZISCH aufmachte, war ich aufeinmal die Hauptatraktion in der U-Bahn und alle haben mich angestart als ich anfangen wollte zu trinken. Ich habe dann erstmal einen Moment gestockt und dann ganz schnell die Flasche wieder verschlossen. Was auch die richtige Entscheidung war, wie ich spaeter erfahren habe. So habe ich gelernt, dass man in der U-Bahn in Taipeh nicht trinken oder Essen darf. Und das werde ich auch nie wieder vergessen. Ansonsten lief aber die erste Woche ganz normal und ich bin auf keinerlei sprachliche Schwierigkeiten gestossen. Mein Chinesisch hat ausgereicht um das normale Leben zu Regeln und fuer schwierigere Sachen habe ich meinen Onkel eingespannt der ein sehr gutes Englisch gesprochen hat.

So nach dem Ich dann auch noch einen Freizeitpark fuer zwei Tage in der ersten Woche besucht hatte, ging es dann schlussendlich nach Douliou, mein derzeitiger Wohnsitz, um dann auch meine Gasteltern kennen zulernen. Ich hatte in Douliou noch eine Woche bis die Schule anfing, die ich aber nicht gross nutzen konnte, da ich mir gedacht habe, das taiwanesische Gesundheitswesen kennenzulernen und somit ich mit einem angeschwollenem Fuss im Krankenhaus war und dort meine restliche Woche vor der Schule verbracht habe. Ich bin ganz angenehm ueberascht vom taiwanesischem Gesundheitswesen, da alles sehr sehr schnell ging und ich ohne Probleme inerhalb von einer Stunde ein Einzelzimmer bekommen hab und auch ansonsten nie irgendwelche Probleme aufgetaucht sind.

So nach dieser Woche begann endlich das, worauf ich wohl am meisten gespannt war.
Die Schule. Die Schule ist das Wichtigste in Taiwan, du kannst nicht mit deinen Eltern zurechtkommen, aber wenn du in der Schule gut ankommst, ist das mehr als ausgeglichen.
Also dann, Ich war schoneinmal in der Schule gewesen einen Tag vor Schulbeginn um mit dem Direktor meinen Stundenplann zu regeln und da hatten mich schon einige Schueler gesehen. Und wie es halt so ist, hat sich die Kunde meiner Anwesenheit bis zum ersten Schultag schon so weit verbreitet, dass alle wussten, dass ein Austauschschueller kommen wuerde. Was den Hype nochmal ordentlich angefacht hat. Und als Ich dann am ersten Schultag dann aus dem Auto, das mich vor die Schule vorgefahren hatte, ausstieg, ging es los. JEDER Schueler und JEDE Schuelerin, hat mich angeschaut und die meisten sind vor erstaunen stehen geblieben und haben mich angeschaut. Auf dem Weg zu meinem Klassenzimmer hat mich wohl die haelfte der Schueler schon gesehen und die sind dann zu der anderen Haelfte gerannt um denen zu erzaehlen, wie ich aussehe. Diese 5 Minuten waren sehr sehr lustig und ich muss sagen, Ich habe es durchaus genossen. In der Klasse angekommen, habe Ich mich vorgestellt und meinen Platz bekommen.
Eine Sache ist mir gleich aufgefallen, meine Schule besteht zu 90% aus Maedchen, was wohl auch zu meiner Popularitaet beigetragen hat, da Ich bis heute auch fast nur mit Maedchen zutun habe. In meiner Klasse waren es dann mit 8 Jungen und 31 Maedchen schon ueberdurchschnittlich viele Jungen. In anderen Klassen sind es schonmal ein Junge und 41 maedchen. Das kommt daher, das meine Schule frueher mal ausschliesslich fuer Maedchen war und seitdem sich nur ein bisschen was geaendert hat.
Nachdem der Lehrer etwas mit der Klasse besprochen hat, ging es dann in die Turnhalle, wo alle Schueler der Schule schon gewarten haben, und der Direktor mich dann vor allen Schuelern begruesst hat und ich ein paar Saetze auf Chinesisch sagen durfte. Diese Erfahrung werde ich wohl nie vergessen. Alle 1500 Schueler haben mich mit Freude begruesst und tosenden Beifall nach meiner 1 Minuten Rede gespendet. Nachdem die Versammlung in der Turnhallte vorbei war, hatte mich nun auch jeder mal gesehen und so ziemich jeder wollte mit mir nach dieser Vorstellung in der Turnhalle reden.
Aber es hat sich recht schnell rauskristallisiert, mit wem ich zurecht komme und mit wem ich wohl eher nichts zutun haben werde. Meine Schule ist eine Senior Highschool, was bedeutet das nur die jahrgangsstufen 10 bis 12 vertreten sind. Ich bin in 2 Klassen einmal in 10 und einmal in 11. Und meine Freunde sind  wohl bis auf ein paar Ausnahmen alle aus Jahrgangsstude 11 und 12. Da diese einfach eher zu mir passen obwohl sie ein bis zwei jahre aelter als ich sind. Die Schueler aus Jahrgansstufe 10 sind meistens 15 jahre alt und sind oft zu schuechtern um mit mir zu reden und ich habe auch das gefuehl ich rede mit kleineren anstatt wie in jahrgangsstufe 11 oder 12 mit gleichalten. Ich habe in der 10 Jahrgangsstufe etwa 6 Leute, die ich zu meinen Freunden zaehle und in 11 und 12 etwa 15, wobei natuerlich jeder mit mir befreundet sein moechte, aber bei diesen Leuten erwieder ich die Freundschaft. Von diesen 21 Leuten sind 5 Jungen und der rest Maedchen, was wohl die die Quote in der Schule ein bisschen wieder spiegelt.

Nun denn, seit diesem Tag habe Ich dann Untericht von 7:30 am bis 5 oder 6 pm. Was, denke ich, gut zeigt, warum Schule so wichtig ist. Man verbringt sein ganzes Leben hier in der Schule oder nach der Schule mit Klassen kameraden und Mitschuelern. Ich sehe meine Eltern und von Manchmal laenger als eine Stunde pro Tag. Da Ich auch an den Wochenden viel zu tun habe. Ich habe so viel Einladungen und ich besuche alle grossen Staedte im Umkreis, meistens mit meinen Freunden, aber manchmal auch mit Leuten, die ich weniger gut kenne, aber alle sind sehr sehr freundlich zu mir und ich kann mit allen auf chinesisch/englisch kommunizieren.

Die Zeit, die ich mit meinen Eltern hier habe besteht im Prinzip nur aus dem Rotary meeting, Fruehstueck, Abendbrot und, vielleicht mal eine gemeinsame Reise am Sams oder Sonntag.
Ich besuche jedes Rotarymeeting hier und bisher war es auch sehr interessant und ich geniese vorallem das gute Essen nach dem Meeting. Wie treffen uns immer am Freitag um 6:30 pm und dann mit offenem Ende etwa bis 9 oder 10 pm. Ich habe jeden Monat eine Rede im Club in der Ich ueber meine Erfahrungen rede. Alles in Chinesisch. Es ist nicht einfach, aber ich kann langsam meine Reden zu mehr als 50% mit meinen eigenem Worschatz schreiben, was ich sehr erfreulich finde, da ich auch dann auch verstehe worueber ich rede.

Dann ein der wohl am erfreulichtsten Erfrahrungen war mein Geburtstag. Schon am Tag davor hatte Ich eine Ueberaschungsparty, die wirklich ueberaschend war und richtig Spass gemacht hat. Dann am richtigen Tag, kamen so viele Leute zu mir und haben mir graturliert, Karten gegeben und sogar manche Lehrer haben mir Geschaenke gegeben. Es war ein sehr sehr genialer Tag. Es war mein bester Geburtstag bisher und ich hatte so viel Spass an dem tag. Manchmal ist einfach eine ganze Klasse auf einmal gekommen und hat fuer mich gesungen oder getanzt und mir graturliert. Es war einfach nur ein sehr schoener Tag.

Hm, Ich habe bisher noch nicht viel ueber meine Chinesischkenntnisse oder Fortschritte geredet.
Also Ich habe in der Schule etwa 10 Stunden Chinesisch pro Woche und viele Buecher und Hefte zum ueben und schreiben. Es macht Spass und ich denke ich habe ganz gute Fortschritte gemacht. Zumindestens habe ich nicht das Gefuehl, dass ich zu langsam lerne.

Und wenn wir schon ueber Schulstunden reden. Ich bin im design department in meiner Schule. Das heist. Ich habe mehr als 20 Stunden designbezogene Stunden pro Woche, wie Beispielsweise Computer Design, photography, sketching, drawing oder Logodesign. Neben normalen Stunden wie Sport, habe ich noch Tanzstunden und Militaer untericht. In den Tanzstunden lerne Ich Locking( ein moderner Tanz) und chinesische Taenze. Beides ist super interessant und ich bin begeistert, dass ich die Moeglichkeit habe beides zu lernen. Im Militaerunterricht lerne Ich maschieren und Haltung und in naher Zukunft auch wie man ein Gewehr benutzt und alles was so dazu gehoert. Ich werde es zwar nicht in Deutschland gebrauchen, aber es ist zumindestens eine interessant Erfahrung. Und wir tragen natuerlich Schuluniformen den ganzen Tag, die sind aber nicht besonders Orginell und sie bestehen aus einer Sportuniform, mit blauer Hose und T-shirt und einer normallen Uniform mit weissem hemd und schwarzer Hose und schwarzen Schuhen.

Ich denke, das ist alles was mir momentan zu meinem Leben so einfaellt. Ich werde die sachen, die ich diesmal vergessen habe naechstes mal mit reinschreiben. Ich kann nur sagen, mir geht es richig gut hier und ich habe viel Spass beim Chinesisch lernen, taiwan erkunden und neue Freunde zu treffen.

夏天/Daniel Walcher

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