Ecuador – 1. Bericht von Margarethe

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Ein Auslandsjahr in Ecuador 2013/2014

Ich bin nun bereits fast drei Monate in Ecuador. Es ist wirklich Wahnsinn wie schnell die
Zeit vergeht. Vor einem Jahr verschickte ich meine Bewerbung und dann wurde mein
Zweitwunsch Ecuador wahr. Dafür bin ich sehr dankbar. Ein ganzes Jahr hatte ich Zeit, mir
auszumalen, wie mein Auslandsjahr aussehen wird und jetzt lebe ich es endlich!

Am 24. August 2013 kam ich hier in Quito an, mit klopfendem Herzen, meine Gastfamilie
zu treffen und der Ungewissheit ein ganzen Jahr in diesem Land zu verbringen. Nun habe
ich schon so viel erlebt, dass ich mit Sicherheit sagen kann, dass ich dieses Auslandsjahr
mit Freude und vielen gute und aufregenden Momenten durchleben werde.
Als ich mit den anderen vierzig deutschen Austauschschülern aus dem Flugzeug stieg,
sah ich gleich die riesigen Berge und wusste, jetzt beginnt mein großen Abendteuer.
Meine Gastschwester (Isa, 21 Jahre alt) und Gastvater Ronny holten mich ab und auf der
Fahrt zum neuen Zuhause sah ich die ersten Palmen und das vom Sommer etwas
trockene Land. Ich lernte meine Gastmutter kennen, die nicht bei uns wohnt, sondern in
Quito, weil meine Gasteltern gerade eine “Pause” brauchen, aber sie ist oft im Haus und
alle Ausflüge machen wir als Familie. Auch meine andere Gastschwester lernte ich kennen
doch diese brach wenige Tage später in ihr eigenes Abendteuer nach Belgien auf.
Ich lebe in Cumbayá, einer Art Nebenort von der Hauptstadt Quito mit zweimillionen
Einwohnern. Die Ecuadorianer nennen Cumbayá manchmal Cumbayork, weil es einer
Stadt gleicht, die wächst, wächst und wächst. Wir haben ein großen Einkaufszentrum und
jeden Freitag kommen viele Schüler aus Quito, um sich dort zu treffen. Quito ist eine
große und aufregende Stadt in 2850 Metern Höhe und es gibt immer viel Verkehr. Es
kommt auf den Stadtteil an, aber die Straßen sind sehr gefährlich und es gibt oft Überfälle.
An den Straßen werden Früchte der Jahreszeit und andere Kleinigkeiten verkauft und an
den Ampeln jonglieren die Straßenkünstler ihre Bälle. Nur weil Ecuador nach dem Äquator
benannt ist, heißt das nicht, dass hier immer die Sonne scheint und ich vor Hitze fast
sterbe. Quito heißt auch die Stadt des Frühlings, weil es immer angenehm warm ist und es
Nachmittags meistens regnet. Allerdings ist das Wetter sowie die Vegetation in Ecuador in
jeder Region anders. Man kann Ecuador in vier Regionen einteilen: “Oriente”, das
Amazonasgebiet im Osten, die “Sierra”, die großen Anden Südamerikas verlaufen von
Norden nach Süden durch ganz Ecuador, die Küste mit wunderschönen Stränden, die ich
schon in zwei Rotaryreisen besichtigen durfte, der großen Stadt Guayaquil und natürlich
die Galapagosinseln.
Die Kultur Ecuadors wird aus dem Norden von Columbien und aus dem Süden von Peru
beeinflusst und ist natürlich etwas ganz anderes: Hier hat man eine Hausfrau, man lebt in
einer Urbanization, das ist ein bewachtes Wohngebiet dass meistens einen Pförtner hat,
der genau bewacht, wer ein und aus geht und die Jugendlichen können sich nicht einfach
hinausbegeben wohin sie möchten. Daran musste ich mich anfangs erst einmal gewöhnen
und das war nicht leicht. Man fühlte sich wie in einem Käfig, weil man etwas anderes aus
Deutschland gewöhnt war. Mittlerweile habe ich mich so gut eingelebt, dass es ganz
normal ist, alles für den Transport zu organisieren und die Gasteltern zu fragen, wenn es
heißt, auf eine “fiesta” zu gehen. Hier gehört es zur Kultur jeden Freitag auszugehen und
oft auch den Samstag und dem entsprechend habe ich Freitags immer einer Einladung zu
einer Party oder Ähnlichem. In der Schule fühle ich mich sehr wohl. Jeden Tag holt mich
der Schulbus 6:50 Uhr ab und bringt mich 15:00 Uhr bis vor die Haustür. An den Tagen
Dienstag und Donnerstag habe ich AG’s in der Schule belegt und komme ca.17 Uhr nach
Hause. Ich bin Mitglied der ONU, das ist eine Debattiergruppe und Donnerstags spiele ich
Volleyball. Ich bin die einzige Austauschschülerin der Schule und da ich den ersten zwei
Quartalsbericht 24.August -16. November 2013
Monate im vorletzen Kurs war, dann aber zum Letzten gewechselt bin, um beide kennen
zu lernen, kennen mich nun fast alle und ich kenne jeden, auch wenn ich mir die Namen
nicht immer merken kann. Es ist eine sehr offene Schule und alle sind sehr nett zu mir. Ich
habe viele Freunde gefunden und fühle mich, als würde ich mehr Leute kennen, als in
Deutschland. Mit der Sprache komme ich sehr gut zurecht und viele Leute sagen mir, dass
ich große Fortschritte gemacht habe. Mit meiner Gastgroßmutter mit der ich mich am
Anfang mit Händen und Füßen unterhalten musste, spreche ich jetzt stundenlang und
ganz besonders mit meiner Gastschwester Isa komme ich sehr gut zurecht, die mich oft
mit ihren Freunden von der Universität mitnimmt.
Das schönste ist es natürlich an den Wochenenden Ausflüge mit der Familie zu machen
und Ecuador zu erkunden. Ich habe bereits das Zentrum von Quito, den touristischen
Mittelpunkt der Erde, Cayambe und Cotopaxi, zwei große Vulkane, Panecillo mit einem
tollen Ausblick über ganz Quito, eine Vogelfarm in den Bergen und die “Mama Negra”
einer wilden Parade in Latacunga besichtigt. Natürlich kommen noch die zwei von Rotary
organisierten Reisen an den Strand hinzu, wo ich die schönste Zeit mit den anderen
unglaublich netten Austauschschülern erlebt habe.
Ich habe mich eingelebt und an alles gewöhnt, was mir am Anfang komisch vorkam. Ich
habe mehrere leckere Speisen und Gerichte gekostet und liebe das ecuadorianische
Essen. Ich liebe die Musik und die netten, aufgeschlossenen Menschen. Dieses Land
habe ich nun so lieb gewonnen, dass ich mir kein Besseres für ein Auslandsjahr vorstellen
könnte.
Das schönste am Auslandsjahr ist die Erfahrung, die Kultur des Landes in sich
aufzunehmen, sie zu akzeptieren und mehr und mehr ein Teil der Gesellschaft zu werden.
Das Gefühl abseits von der Familie auch wenn man sie manchmal unheimlich vermisst
und der Heimat ein Leben zu führen und gute sowie schlechte Momente auf dem anderen
Ende des Planeten durchzustehen, ist ein sehr Stärkendes. Dieses Auslandsjahr wird mir
viele neue Erfahrungen geben und ich möchte allen danken, die das möglich gemacht
haben!

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