Brasilien – erster Bericht von Marie

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Sehr geehrter Rotary-Club Freiberg,

Ich möchte mich noch einmal für die Möglichkeit an einem Austauschjahr teilzunehmen bedanken. Ich bin jetzt schon fast vier Monate in Brasilien und mir gefällt es hier ziemlich gut.

Meine Stadt heißt Bastos und ist „nur“ sechs Stunden von Saó Paulo entfernt. Es ist eine sehr kleine Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern und der Großteil davon sind Japaner. Wir haben sogar japanische Läden und ich habe schon traditionell japanischen Tee zubereitet. Ansonsten wird meine Stadt auch die „Stadt der Eier“ genannt. Rings um meine Stadt befinden sich vier sehr große Hühnerfarmen. Deswegen stinkt es auch meistens und wir haben sehr viele Obstfliegen. Für mich ist es ziemlich gewöhnungsbedürftig hier zu leben, die Straßen haben viele Löcher und sind sehr uneben. Und es liegt überall Müll auf den Straßen. Und die Häuser sind alle hinter großen Mauern mit Elektrodraht versteckt. Und meistens haben die Häuser auch keine Gärten oder einen Swimmingpool.

 

Es war auch ziemlich komisch für mich, als meine Gastmama mir mein Schul T-shirt gebracht hat. Dazu muss ich immer lange Hosen anziehen. Und das bei min. 30°C im Schatten. Aber nach einem Monat ungefähr habe ich mir daran gewöhnt. Mit meiner Klasse habe ich keine große Beziehung. Ich habe keine Ahnung warum, aber keiner aus der Klasse redet mit mir außer wenn sie es müssen. Ich glaube das liegt daran, weil wir noch einen anderen Austauschschüler in Bastos hatten. Melissa ist aus Mexiko und sie ist ca. drei Wochen nach mir angekommen. Ihr hat es hier überhaupt nicht gefallen und sie hat das Austauschjahr abgebrochen und ist wieder zurück nach Mexiko. Die Menschen hier sind sehr sauer auf sie, weil es ihr nicht gefallen hat. Das Jahr zuvor hatten sie einen Koreaner in Bastos und mit ihm war es so ziemlich das gleiche wie mit Melissa.

 

Aber ich habe ein paar Freunde in einer anderen Stadt zu der wir zwei mal die Woche fahren und mit denen mach ich immer etwas. Ansonsten unternehme ich viel mit meiner Gastfamilie. Sie ist total lieb und sie kümmern sich wunderbar um mich. Ich habe noch zwei kleine Gastgeschwister und mit denen spiele ich manchmal nach der Schule oder wir basteln oder schauen Filme. Durch meine Geschwister lerne ich auch schneller portugiesisch, weil sie kein Englisch sprechen können. Ich verstehe sie auch leichter als die Leute aus meiner Klasse, weil sie über simple Sachen reden. Manchmal wenn die kleinen Klassen in der Schule Ausflüge machen gehe ich mit. So sehe ich einerseits etwas mehr von Brasilien und andererseits verbessere ich mein portugiesisch. Ich kenne meine zweite Gastfamilie auch schon. Meine Gastmama ist die Englischlehrerin an meiner Schule und sie gibt mir auch immer Portugiesischunterricht.

 

Ich hatte mein erstes Distrikt-meeting erst nach 2 Monaten hier. Das fand ich etwas blöd. Dort haben sich alle Austauschschüler kennengelernt. Unser Distrikt 4510 ist der Größte in Brasilien. Mit 16 verschiedenen Ländern und knapp 60 Austauschschülern. Wir sind acht Deutsche in meinem Distrikt; wir sind die zweit meisten aus einem Land, nach den USA mit 13 Austauschschülern. Ich verstehe mich super mit allen und wir sind eine echt gute Truppe finde ich. In den Ferien werde ich auch viele in ihren Städten besuchen, weil die Städte einfach größer sind und man dort viel mehr unternehmen kann. Vielleicht fahre ich auch mit ein paar Austauschschülern an die Strände in den Süden (mit Rotarianern). Ende November habe ich meine erste große Reise in den Amazonas und an die Strände im Nord-Osten. Ich bin schon ziemlich aufgeregt. Ich bin auch gespannt wie hier Weihnachten gefeiert wird und es ist echt komisch, dass es zu Weihnachten so heiß ist. Ich fühle mich nicht in weihnachtlicher Stimmung hier.

 

Liebe Grüße aus Brasilien ihre Marie

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