Brasilien – zweiter Bericht von Magdalena

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Ich bin jetzt schon seit 7 Monaten in Brasilien und es läuft alles gut momentan. Im Dezember war ich auf einer der großen Reisen an der brasilianischen Küste entlang. 20 Tage nur mit anderen Austauschschülern zusammen. Das war echt toll! Ich habe so viele tolle Stellen Brasiliens gesehen und tolle Erfahrungen gemacht, die ich niemals vergessen werde. An alle zukünftigen Austauschschüler, egal in welches Land es gehen wird, macht mindestens eine dieser tollen Reisen die euch angeboten werden!!! Da erlebt man mit den wahrscheinlich besten Freunden des Auslandsjahres die verrücktesten Dinge zusammen!!!

Dann Weihnachten habe ich mit meiner Familie zusammen gefeiert. Das war ganz anders als Weihnachten in Deutschland. Zum einen, da es mitten im Hochsommer liegt, zum anderen, weil Weihnachten bei uns doch eher besinnlich ist. Man isst gemeinsam Plätzchen, Stollen, Lebkuchen. Trinkt Tee, heiße Schokolade. Geht mit seinen Freunden und Familie auf den Weihnachtsmarkt und isst dort gebrannte Mandeln und trinkt Glühwein oder Kinderpunsch. Man schmückt einen echten Weihnachtsbaum. Das alles war mal total anders. Es gab einen Plastikweihnachtsbaum, der mit zu vielen kitschigen Kunstschnee verziert war. Im ganzen Haus waren singende Weihnachtsmänner und ähnliche Weihnachtsdekoration verteilt. Statt warmen Getränken gab es eher eisgekühlte Sachen. Und am 24.12. Ging es dann erstmal für ca. 3 Stunden in die Kirche. Dann gab es das Weihnachtsessen. Danach wurden die Geschenke übergeben und dann hat sich die Weihnachtsrunde in gefühlter Lichtgeschwindigkeit wieder aufgelöst. Um ehrlich zu sein, Weihnachten war mit die Zeit, wo ich Deutschland am meisten vermisst habe. ´Meine Familie, einfach das Weihnachtliche zusammen sitzen und zusammen Sachen zu unternehmen. Aber trotzdem war dieses andere Weihnachten sehr schön!

Zu Silvester bin ich mit meiner Familie dann an die Copacabana gefahren. Wir haben die letzten Tage vom Jahr 2014 am Strand genossen. Es war ein wunderbarer ausklang für ein doch ganz besonderes Jahr. Und dann natürlich die Show um Mitternacht. Da gibt es eigentlich nur ein einziges Wort womit man das beschreiben kann: „Maravillhosa!“ was soviel wie wunderbar, großartig bedeutet, aber doch noch irgendetwas anderes was man nicht übersetzen kann.

 

Den gesamten Januar hatte ich dann Sommerferien. Die ersten paar Tage waren wir noch an der Copacabana. Dann ging es wieder zurück nach Juiz de Fora. Dort habe ich dann Sachen mit meinen brasilianischen Freunden gemacht. Außerdem mit einer der Austauschschülerinnen die auch in der Stadt war. Außerdem war ich mit meiner Gastschwester unterwegs bevor diese mit ihren Eltern nach São Paulo gezogen ist. Ende Januar war ich dann bei der Feier zur Renovierung des neuen Rotaryraumes.

Bis zum ersten Schultag wusste ich leider nicht, in welche Klasse ich kommen werde, weil die Schule das meiner Counselorin nicht sagen wollte. Also bin ich am ersten Schultag dann einfach zu meiner Schule gegangen und in die Klasse meiner Freundin. Am Anfang des Neuen Schuljahres werden nämlich immer die Klassen neu gemischt. Ich kam also in eine Klasse, wo ich nur eine einzige Person kannte. Aber die haben mich alle echt nett aufgenommen und inzwischen habe ich mehrere Freunde. Mit guten Portugiesischkenntnissen geht das ja auch logischerweise viel besser. Allerdings hatte ich nur 14 Tage Schule, bevor es wieder in die Karnevalsferien ging. Also Karneval in Brasilien ist schon eine feine Sache! Es gibt in fast jedem noch so kleinen Dorf eine sogenannte „Desfilha de escola do Samba“ das sind die großen Shows, die man aus dem Fernsehen von São Paulo und Rio de Janeiro kennt. Und ich hatte sogar die Möglichkeit bei der Desfilha in meiner Stadt mitzumachen. Das war ein großartiges Gefühl! Und ich kann allen Austauschschülern nur raten, wenn sich eine solche Chance für euch bietet, macht es einfach!

Beim richtigen Karneval war ich dann mit einer anderen Austauschschülerin aus Dänemark und ihrer Familie in einer kleinen Stadt nahe Juiz de Fora. Wir waren bei einigen Blocos und auch bei einer Desfilha. Insgesamt war es echt schön. Aber es stimmt, dass man Karneval nicht unbedingt mit seiner Familie verbringen sollte, da es mit Freunden im gleichen Alter doch natürlich mehr Spaß macht.

Dann ging es wieder ganz normal in die Schule. Und es standen auch die letzten Wochen in meiner Gastfamilie an. Außerdem musste ich mein Flug zurück nach Deutschland bestätigen und mit allen beteiligten absprechen. Das ist einerseits kein schönes Gefühl, weil man weiß, dass die Zeit bald um ist. Andererseits ist es auch schön, weil man weiß, dass es wieder nach Hause geht.

Gerade in den letzten Januarwochen habe ich Heimweh gehabt. Ich hatte die ganze Zeit eigentlich nicht wirklich Heimweh gehabt. Aber in der Zeit hat es mich echt erwischt. Und das ist mit das schlimmste Gefühl was ich kenne… und meine Freunde hatten keine Zeit nach der Schule was mit mir zu unternehmen, weil sie ihre erste Testzeit gerade hatten. Am 01.03.2015 habe ich dann zum letzten Mal meine Gastfamilie gewechselt. Hier werde ich nun bis zum letzten Tag meines Jahres bleiben.

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